Wien. "Wir haben den Anfang des Merkurtransits gut beobachten können", freute sich der Obmann der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA), Alexander Pikhard, Montag Nachmittag über "relativ wenige Wolken". Mit rund zehn Teleskopen beobachteten die Amateurastronomen trotz Kälte und Wind die seltene Mikro-Sonnenfinsternis auf der Wiener Sophienalpe in Wien-Penzing.

Pünktlich um 13.35 Uhr begann der Planet Merkur, sich vor die Sonnenscheibe zu schieben. Bis zum Sonnenuntergang um 16.22 Uhr wird die winzige schwarze Scheibe des kleinsten Planeten des Sonnensystems über die Sonne ziehen - quasi als Mikro-Sonnenfinsternis. "Mit etwas Glück können wir das tatsächlich bis zum Ende beobachten", sagte Pikhard, dem nur die Cirruswolken der aus Südwesten heranziehenden Front Sorgen machten, zur APA.

Zu sehen ist ein Merkurtransit nur mit dem Fernrohr, das - wegen des Blicks in die Sonne - mit speziellen Filtern ausgestattet sein muss. Grund ist die Kleinheit des Planeten und dessen große Entfernung zur Erde.

Merkur ist der sonnennächste Planet und benötigt für einen Umlauf um die Sonne nur 88 Tage (Erde: 365 Tage). Nur 13 bis 14 Mal pro Jahrhundert zieht er dabei von der Erde aus gesehen genau vor der Sonnenscheibe vorbei. Das letzte Mal war ein solcher Merkurtransit 2016 zu sehen, der nächste findet erst wieder 2032 statt.(apa)