Darmstadt. Eine neue Generation von Wettersatelliten soll in Zukunft Vorhersagen und Warnungen genauer machen, teils bis hin auf lokale Ebene. Die meteorologische Satellitenagentur Europas, Eumetsat, will in den kommenden Jahren neue Beobachtungssysteme mit High-Tech an Bord ins All bringen. Drei Satelliten werden geostationär auf 36.000 Kilometern Höhe positioniert, zwei andere in rund 700 Kilometern.

Damit könnten künftig die Luftqualität besser gemessen, Stürme eher vorhergesagt und die Klimavorhersage verbessert werden, so der Leiter der Forschungsabteilung für Erdbeobachtung bei Eumetsat, Bojan Bojkov, anlässlich einer Tagung der Organisation in Darmstadt.

Der Start des ersten Satelliten ist für Ende 2021 geplant. Bojkov zufolge sollen binnen dreieinhalb Jahren alle Messgeräte im Orbit sein. Die Kosten für Raketen, Auswertung, Datenverwaltung oder auch den Bau würden sich bis 2040 auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Mit den Instrumenten und den genaueren Daten können größere wirtschaftliche Schäden verhindert werden.

So könnten Blitze künftig aus dem Orbit erkannt werden, was bisher nicht möglich war. In Europa würden Blitze bisher über ein Bodensystem geortet, über Afrika oder dem Atlantik sei das so aber nicht möglich. Die Beobachtung aus dem All sei auch ein Plus an Sicherheit für die Luftfahrt.

Zudem könnten Wolken-, Nebel- und Rauchentwicklungen früher erkannt werden. Das diene präziseren Vorwarnungen und besseren sowie auch längerfristigen Wettervorhersagen. Bei Waldbränden könnten Einsatzkräfte früher vorgewarnt und besser an die Brandherde geschickt werden.