Washington. Einst könnten biologisch bedeutende Zuckermoleküle mit Meteoriten auf die Erde geregnet sein. Das schließen Wissenschafter aus der Analyse urtümlicher Himmelssteine. Sie stießen unter anderem auf den Zucker Ribose, den zentralen Baustein des Erbgutmoleküls RNA (Ribonukleinsäure), wie ein Team um Yoshihiro Furukawa von der Tohoku-Universität in Sendai im Fachblatt "Pnas" berichtet.

Das Gerüst der Erbmoleküle

Das Verhältnis der verschiedenen Kohlenstoffvarianten in dem Zucker zeige eindeutig eine außerirdische Herkunft. Zucker sind für alle uns bekannten Lebensformen von zentraler Bedeutung und an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt. Nicht zuletzt stellen sie das Gerüst der Erbmoleküle RNA und DNA. Seit langem untersuchen Wissenschafter die Möglichkeit, dass biologisch wichtige Zucker aus dem Weltall auf die junge Erde gekommen sind.

Die Forscher schließen aus ihren Analysen, dass diese biologisch essenziellen Zuckermoleküle unter nicht-biologischen Bedingungen im Weltall entstehen können. Sie identifizierten im Labor dafür einen Prozess ähnlich der sogenannten Formose, die Zucker aus Aldehyden erzeugt. Zentrale Zucker wie Ribose könnten also aus dem Weltall auf die Erde, den Mars und andere junge Planeten geregnet sein und dort zur Bildung von Biomolekülen wie der RNA beigetragen haben, erklären die Forscher in der Publikation.