Wien. Alle Lebewesen passen ihren Energiehaushalt sowohl an die Umweltbedingungen als auch den eigenen Zustand an. Ein Forschungsteam aus Wien fand bei Borstenwürmern heraus, dass hormonelle Signalwege Energie bereitstellen lassen, wenn sie durch Vollmond, Futter oder Geschlechtsreife angeregt werden. Der Körper braucht sie zum Wachstum, zur Regenerieration und für die Sexualentwicklung, berichten sie im Fachjournal "PNAS".

Das Team um Florian Raible und Gabriele Andreatta von den Max Perutz Labs der Universität Wien hat entdeckt, dass die Vorlage eines Hormons (das Corazonin 1 Gen) in Borstenwürmern (Platynereis) vermehrt gebildet wird, wenn sie geschlechtsreif sind, gefüttert wurden oder Vollmondlicht wahrgenommen haben. Diese Borstenwürmer leben in der Gezeitenzone und richten ihren Lebenszyklus nach den Mondphasen aus. "Wie genau die Würmer ihren Monatszyklus mit anderen Faktoren, wie dem Vorhandensein von Futter, abstimmen, war bisher unklar", sagte Raible.

Die hormonellen Signale beschleunigten das Wachstum und die Regeneration bei den Würmern, erklärt Andreatta. Sie sind auch für ihre sexuelle Entwicklung nötig: "Die Würmer schlossen sie später ab und vollendeten ihren Lebenszyklus später, wenn diese Signale fehlten", sagte er. Die Corazonin-Signale seien wichtig, um die interne Energiebalance der Würmer zu steuern. Sie sorgen dafür, dass Energie zum Wachsen, Regenerieren und für die Fortpflanzung bereitgestellt wird. Ohne diese Signale würde sie für späteren Gebrauch gespeichert. (apa)