Seewiesen. (est) Nicht nur Menschen und Menschenaffen leisten spontane Hilfe. Auch Papageien gehen ihren Freunden freiwillig zur Hand. "Afrikanische Graupapageien helfen befreundeten Artgenossen, ihre Ziele zu erreichen, ohne dass sie selbst einen unmittelbaren Vorteil davon hätten", berichten Desiree Brucks vom Max Planck-Institut für Ornithologie im Fachjournal "Current Biology".

- © wiki/Maurice van Bruggen
© wiki/Maurice van Bruggen

Papageien wie Krähen können beeindruckend komplexe Probleme lösen. Sie besitzen große Gehirne im Vergleich zum Körperbau. In einer Aussendung zur Studie nennt Brucks diese Vögel "gefiederte Affen". Altruismus konnte bisher jedoch noch nicht beobachtet werden. Es scheint so zu sein, dass keine Krähe einer anderen hilft. Um herauszufinden, ob es bei afrikanischen Graupapageien anders ist, verglichen sie diese mit Blaukopfaras. Beide Papageienarten tauschten bereitwillig Jetons gegen Nüsschen. Doch nur die Graupapageien waren gewillt, den Jeton einem Artgenossen zu schenken, damit dieser die Nuss bekam.

"Bemerkenswert ist die große Motiviertheit, mit der die Vögel helfen. Sie haben diesen inneren Antrieb, selbst wenn sie mit dem Anderen nicht befreundet sind", sagt Ko-Autor Auguste von Bayern. "Sieben von acht Papageien gaben Jetons spontan beim ersten Versuch her, ohne die Übung zu kennen und ohne zu wissen, dass sie in der nächsten Runde selbst Jetons erhalten würden. Graupapageien helfen altruistisch, ohne einen Vorteil davon zu erwarten oder mit einer Gegenleistung zu rechnen." Darüber hinaus scheinen die Tiere zu wissen, ob Hilfe benötigt wird. Wenn es Nüsschen gab, schupften sie ihrem Partner den Jeton hinüber, und wenn nicht, dann nicht. War der Bedürftige ein Freund, bekam er nicht nur einen, sondern mehrere Jetons.