Obwohl die verheerenden Buschbrände in Australien derzeit aufgrund der heftigen Unwetter mit Regenfällen im Abklingen sind, halten sich die Berichte und Bilder von der Feuerkatastrophe noch in den Köpfen. Auch in Kalifornien kämpfen Einsatzteams jährlich wiederkehrend gegen berstende Flammenmeere, die sich großflächig bis in Wohngebiete hinein erstrecken. Dem Feuer rasch Herr zu werden, ist kaum möglich. US-Forscher raten nun dazu, Zonen bewusst abzubrennen, um - ähnlich Windschutzgürteln - Feuerschutzgürtel zu schaffen, um Brände in abgegrenzten Arealen halten und sie damit an der Ausbreitung hindern zu können. Unterdessen warnen Australiens Experten vor neuen Flammen.

"Verordnete Brände sind effektiv und sicher", betont Studienautor Chris Field vom Stanford Woods Institute for the Environment im Fachblatt "Nature Sustainability". In Kombination mit einer Ausdünnung der Vegetation erlaubt es Lauffeuern, in die Baumkronen zu steigen, anstatt sich auf weitere Gebiete auszubreiten. Nur sehr selten überwinden sie die Barrieren. Gelegte Brände haben zudem die gleichen positiven Effekte wie natürlich entstandene Feuer. Sie dämmen die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen ein und fördern die Artenvielfalt, so die Wissenschafter.

Innovativ zum Schutz von Natur und Mensch

Um die Zahl der Brände bedeutend senken zu können, bedürfe es allein in Kalifornien auf rund 80 Millionen Quadratkilometern Fläche - das sind rund 20 Prozent der gesamten Landesfläche - schlagender Maßnahmen, betonen die Forscher."Da sich die  katastrophalen Klimafolgen verschärfen, müssen Gesellschaften zunehmend innovativ sein, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten", erklärt die Atmosphärenforscherin Katharine Mach von der University of Miami. Ein Großteil dieser Innovation sei konzeptionell einfach: Es müsse sichergestellt werden, dass das gesamte Portfolio an Initiativen, vorgeschriebenen Verbrennungen und darüber hinaus, bereitgestellt werden kann. Aufgrund ähnlicher Landschaften und  ähnlichem Klima würde auch Australien davon profitieren, heißt es in der Studie.

Das Grün sprießt wieder

In Down Under freuen sich die Einwohner unterdessen über den langersehnten Regen, der nicht nur die Feuer teilweise zum Erlöschen brachte, sondern auch das Grün zum Sprießen. Darunter befindet sich auch der Hollywood-Schauspieler Russel Crowe. Er habe zwar ein paar Gebäude verloren, aber "im Großen und Ganzen noch viel Glück gehabt", betonte er zuletzt. Am Montag hat er auf Twitter zwei Fotos veröffentlicht, die sein Landstück unmittelbar nach dem Feuer und aktuell zeigen.

Doch so ganz dürfte die Sache noch nicht ausgestanden sein. Denn einerseits würden die heftigen Unwetter teilweise die Brandbekämpfung behindern, andererseits droht eine Rückkehr der Hitze ab Donnerstag mit Temperaturen von teilweise über 40 Grad. Experten warnen vor neuen Feuern in den nächsten Tagen. Seit Monaten erlebt Australien die schlimmsten Buschbrände seiner Geschichte. Inzwischen räumt auch die Regierung ein, dass der Klimawandel zu der Situation beigetragen hat.