Innsbruck/Wien. Mit einem auffallenden Flügelmuster schützen sich giftige Schmetterlinge vor Fressfeinden. Ort und Zeit scheinen allerdings ihre Kleiderfarbe zu beeinflussen, fanden Tiroler Forscher heraus. Sie entdeckten rund um die Flügelfärbungs-Gene lateinamerikanischer Falter charakteristische Spuren rascher, jüngster Änderungen der Mustermode. So passen sich Schmetterlingsgruppen durchaus aneinander an, auch wenn sie sich genetisch voneinander unterscheiden.

In Mittel- und Südamerika gibt es Schmetterlinge der Gattung Heliconius mit charakteristischen Farbmustern aus roten und gelben Bändern auf schwarzen Flügeln. Sie sind typisch für diese giftigen Tiere, erklären die Forscher um Markus Möst vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck im Fachblatt "Plos Biology". Jungvögel müssen erst ein oder zwei von ihnen probieren, um dieses Muster mit der Giftigkeit des vermeintlichen Futters in Verbindung zu bringen. Je mehr Schmetterlinge das selbe Muster tragen, umso höher sei der Schutz für einzelne Individuen. Es ist daher unter mehreren Heliconius-Arten der Gruppe "melpomene" (Großer Kurier) und "erato" (Kleiner Kurier) verbreitet. Diese beiden Gruppen haben sich aus einem gemeinsamen Vorfahren entwickelt, sind genetisch aber gänzlich voneinander getrennt.

Doch in einzelnen Gegenden tragen sie das selbe Flügelmuster, sie passen sich also regional optisch aneinander an. An unterschiedlichen Orten tragen die Individuen beider Arten jedoch eine andere Mode.

Damit es verlässlich schützt, sollten die Schmetterlinge ihr Muster eigentlich nie ändern. Dennoch passiere das ständig. Anhand des Erbguts von 600 Individuen aus 53 Populationen fanden die Forscher charakteristische Spuren jüngster Veränderungen rund um die Farbmuster-Gene - sogenannte "selective sweeps". Die Schmetterlinge ändern demnach immer wieder ihr Aussehen.