Forscher haben das komplexe Erbgut des Störs entschlüsselt. Das Genom des seit Hunderten Millionen Jahren existierenden Fisches habe sich seit der Blütezeit der Dinosaurier nicht mehr verändert, davor in seinen internen Struktur aber fundamental, teilte die Julius-Maximilians-Universität in Würzburg am Montag mit.

Deren Experten hatten die aufwändigen Analysen gemeinsam mit Kollegen des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und anderen Einrichtungen vorgenommen.

Konkret analysierten die Forscher das Erbgut einer Störart namens Sterlets. Derartige Genome seien ein "wichtiges Puzzleteil, um die Abstammung von Wirbeltieren zu verstehen", erklärte der Würzburger Biochemiker Manfred Schartl, Hauptautor der in der Fachzeitschrift "Nature Ecology and Evolution" erschienenen Untersuchung. Störe gehörten entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Lebewesen.

Vom Aussterben bedroht

Sie seien die Vorfahren von mehr als 96 Prozent aller lebenden Fischarten und etwa der Hälfte aller bekannten Wirbeltierarten. Sie spalteten sich den Analysen der Wissenschafter zufolge vor 345 Millionen Jahren von den Entwicklungslinien anderer Arten ab.

Äußerlich veränderten sich Störe seitdem praktisch nicht, aber ihr Erbgut machte trotzdem große Veränderungen durch. So verdoppelte sich ihr Erbgut vor rund 180 Millionen Jahren - ein Vorgang, den Wissenschafter auch von anderen Arten kennen. Anders als bei diesen reduzierte sich der Geninhalt trotz des langen Zeitraums seither allerdings nicht wieder, was die Studienverfasser auf die extrem langsame molekulare Evolution des Störgenoms zurückführen.

Die Erkenntnisse sollen nach Angaben der Experten unter anderem beim Schutz des Störs helfen, der heute vielerorts vom Aussterben bedroht ist. Sie könnten demnach etwa die Nachzucht erleichtern. (apa, afp)