Innsbruck. Isopren ist neben Methan das am meisten in die Erdatmosphäre emittierte organische Molekül. Der von Pflanzen abgegebene Spurenstoff treibt viele chemische Prozesse in der Atmosphäre an - die auf globaler Ebene noch kaum erforscht sind. US-Forscher haben nun im Fachblatt "Nature" erstmals globale Isopren-Messungen aus dem Weltraum vorgestellt. Mit dabei waren Innsbrucker Forscher.

Isopren (C5H8) wird von vielen Baumarten an die Luft abgegeben. Der ungesättigte Kohlenwasserstoff wird üblicherweise innerhalb einer Stunde wieder abgebaut. Dabei entstehen aber sekundäre Luftschadstoffe wie Ozon oder Feinstaub. Das Problem ist, dass es "eine große Unsicherheit über das Ausmaß der globalen Isopren-Emissionen gibt", erklärt Armin Wisthaler vom Institut für Ionen- und Angewandte Physik der Universität Innsbruck.

Fünf Hotspots erkannt

Bereits 2013 standen daher Isopren und andere flüchtige organische Verbindungen im Mittelpunkt von Messungen von US-Behörden vom Flugzeug aus über dem Südosten der USA. Die Auswertung der dabei gewonnenen Daten sei sehr komplex und dauere lange, betont Wisthaler. Eine neue Methode ermöglichte es, die Messdaten von Infrarot-Instrumenten auf Satelliten auszuwerten. So konnte eine globale Karte der Isoprenkonzentration in der Erdatmosphäre erstellt werden. Damit könne "die gesamte Erdatmosphäre als ein chemischer Reaktor aus dem Weltraum beobachtet und atmosphärenchemische Prozesse auf globaler Ebene studiert" werden, so Wisthaler.

In der Studie wurden nun vier globale Isopren-Hotspots primär über großen Waldgebieten bestätigt - sie liegen im Amazonas-Gebiet, Zentralafrika, Australien und dem Südosten der USA. Die Daten zeigten aber auch einen bisher unerkannten Hotspot im südlichen Afrika auf.