Wien. Die fortlaufende Rodung zugunsten landwirtschaftlicher Aktivitäten und Bergbau sowie die voranschreitende Urbanisierung trennen weltweit Naturschutzgebiete voneinander. 90 Prozent dieser Regionen sind einer Studie zufolge mittlerweile isoliert. Das hat laut australischen Forschern fatale Auswirkungen. Nur wenn ein intakter, gesunder Lebensraum diese Schutzgebiete miteinander verbindet, können Arten wandern, Gefahren wie Bränden entkommen und infolge des Klimawandels in andere Regionen emigrieren, schreiben die Wissenschafter der University of Queensland im Fachblatt "Nature Communications".

"Schutzgebiete sind für den Schutz und das Überleben von Pflanzen, Tieren und Ökosystemen von entscheidender Bedeutung", betont die Biologin und Hauptautorin, Michelle Ward. Die Forschungen zeigen zwar, dass rund 40 Prozent der Landmasse intakt, aber nur 9,7 Prozent der geschützten Lebensräume seien strukturell miteinander verbunden sind.

Gesamte Landschaft im Auge

Gemäß internationalen Abkommen müsste dieses globale Netz gut verknüpft sein und 17 Prozent eines Landes abdecken. Die Studie hat allerdings gezeigt, dass nur neun Länder und Gebiete mehr als diese 17 Prozent Schutzzonen haben und mehr als 50 Prozent an nötiger Verbindung aufrecht erhalten.

Naturschützer sprechen verstärkt von diesen Regionen, doch dürfe man nicht außer Acht lassen, dass der größte Teil der Natur außerhalb dieser Grenzen seinen Wohnraum hat, erklärt James Watson von der Wildlife Conservation Society. Es bedürfe nationaler und globaler Ziele, die sich mit dem Schutz der gesamten Landschaft befassen und damit eine weitere Zerstörung aufgehalten werden kann.