Wien. Laut einer im Fachblatt "Mammal Review" veröffentlichten Arbeit besteht ein erhebliches Risiko, dass Menschen das Coronavirus Sars-CoV-2, das die Erkrankung Covid-19 verursacht, auf wild lebende Tiere übertragen. Mit einer Ausbreitung unter Säugetieren könnten bereits bedrohte Arten weiter gefährdet werden.

Wenn das Virus unter einigen Populationen oder Gemeinschaften nachhaltig übertragen werden könnte, würde dies neue Tierreservoire schaffen, die wiederholt neue Ausbrüche bei Mensch und Tier hervorrufen könnten, skizziert das Wissenschafterteam um die Virologin Sophie Gryseels von der University of Antwerpen, der Katholieke University Leuven und der University of Arizona in der Publikation.

Die Forscher fordern daher dazu auf, auch bei direktem oder indirektem Kontakt mit wilden Säugetierarten hygienische Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Übertragung von Mensch zu Tier zu verhindern. "Wir sollten vermeiden, unsere Pandemie in ein Problem von mehreren Arten zu verwandeln", betont Gryseels. Es sei schwierig genug, das Virus in menschlichen Populationen zu kontrollieren.

Maske und Distanz

"Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn es sich unter wilden Säugetieren ausbreitet. Sie könnten auch krank werden und ein Reservoir bilden, aus dem sie dann wieder Menschen infizieren können. Aber wir können Tiere nicht darum bitten, Gesichtsmasken zu tragen und physisch Distanz zu halten", merkt die Wissenschafterin an.