London. Seit der Entstehung der ersten Vögel vor 150 Millionen Jahren haben diese sich an eine Vielfalt von ökologischen Nischen angepasst. Zu den heute 10.000 Arten zählen winzige Colibris, langbeinige Flamingos und watschelnde Pinguine. Neben dem Genom der Säugetiere (siehe nebenstehender Bericht) haben Forscher unter Federführung der Smithsonian Institution in der US-Hauptstadt Washington das komplette Erbgut von 363 Vogelarten untersucht. Sie repräsentieren 92 Prozent der heute lebenden Vogelfamilien. Das Erbgut von 267 dieser Arten wurde erstmals sequenziert.

Manche der Vögel sind weltweit verbreitet, andere selten. Die Daten sollen die Forschung zur Vogel-Evolution und den Artenschutz erleichtern. Im Rahmen des "Bird 10.000 Genomes Project" stehen sie der Forshcung frei zur Verfügung. "Es ist wahrscheinlich das wichtigste Forschungsprojekt zu Vögeln," betont Gary Graves, vom National Museum of Natural History, einer der Organisatoren der Initiative, in einer Aussendung zur Publikation im Fachjournal "Nature". Der genetische Vergleich zwischen den Vogel-Familien soll die Evolution bestimmter Charakteristika sowie genetische Verwandtschaften sichtbar machen. Letztendlich soll ein Stammbaum der Vogelwelt daraus entstehen.