Die Masse weltweit von Menschen hergestellter und gebauter Dinge könnte einer Schätzung zufolge in diesem Jahr erstmals die Masse aller Lebewesen der Erde übertreffen. Das Jahr 2020 könnte bei diesem Trend den Wendepunkt darstellen, heißt es in der am Mittwoch im Fachjournal "Nature" veröffentlichten Studie israelischer Forscher. Die Masse von Menschenhand hergestellter Objekte habe sich binnen der vergangenen 100 Jahre alle 20 Jahre verdoppelt.

"Diese Ergebnisse veranschaulichen den wachsenden Einfluss der Menschen auf die Erde", hieß es in einer Pressemitteilung. Beispiele für von Menschen hergestellte Dinge sind Plastik, Gebäude, Straßen und Maschinen. Seit der ersten landwirtschaftlichen Revolution hätten Menschen die pflanzliche Biomasse von rund zwei Teratonnen (2.000.000.000.000 Tonnen) auf gegenwärtig rund eine Teratonne reduziert. Gründe seien etwa die landwirtschaftliche Nutzung von Böden und die Entwaldung. Auf der anderen Seite steht die wachsende Produktion und Anhäufung von Objekten.

Biomasse schrumpft

Professor Ron Milo vom israelischen Weizmann-Institut hat die globalen Veränderungen der Biomasse und der von Menschen produzierten Masse vom Jahr 1900 bis zur Gegenwart untersucht. Während die Biomasse schrumpfe, wachse die "anthropogene Masse" immer schneller. Gegenwärtig werde sie in einem Umfang von mehr als 30 Gigatonnen (30.000.000.000 Tonnen) im Jahr produziert.

Die israelischen Forscher betonen in ihrer Arbeit, dass es sehr schwer sei, den Wendepunkt im Verhältnis zwischen Biomasse und von Menschen produzierter Masse auf der Erde zeitlich genau festzulegen. Bei ihren Schätzungen konzentrierten sie sich auf das Trockengewicht (ohne Wasserkomponente). Wenn der gegenwärtige Trend sich fortsetze, werde die Masse der von Menschen hergestellten Objekte im Jahre 2040 rund zwei bis drei Teratonnen betragen. (apa,dpa)