Als die Nachricht von der erfolgreichen Landung schließlich auf der Erde eintrudelte, war "Perseverance", der Mars-Rover, schon längst sicher angekommen: Radiowellen brauchen vom Mars zur Erde elf Minuten.

"Perseverance", der kurz nach seiner Landung bereits die ersten Schwarz-Weiß-Fotos zur Erde schickte, ist nach der sieben Monate dauernden Anreise durch das All auf besonderer Mission: Der Rover soll nach Gestein mit Fossilien von Mikroben suchen, die vor drei bis vier Milliarden Jahren den Mars belebten, als es dort noch wärmer war, und als es vor allem Wasser gab.

Vor einer amerikanischen Flagge jubeln Menschen in einem Büro mit vielen Computern in einer Reihe. - © AFP Photo / NASA / Bill Ingalls
Das Team der Mission Control der "Perseverance" jubelt bei der Landung des Rovers auf dem Planeten.   - © AFP Photo / NASA / Bill Ingalls

 

Astrobiologie im All

Der Rover landete nicht zufällig auf der nördlichen Halbkugel des Mars auf der Hochebene am Rande des Jezero-Kraters. Die Stelle wurde von der Nasa sorgfältig in einem fünf Jahre dauernden Prozess ausgewählt. Man hofft, "Perseverance" nun genau dort platziert zu haben, wo einst ein Flussdelta war.

Der Krater, benannt nach einem Dorf in Bosnien-Herzegowina - "Jezero" heißt See auf Bosnisch, Kroatisch und Serbisch -, war nämlich sehr wahrscheinlich vor etwa vier Milliarden Jahren einmal ein See, entstanden nach einem Meteoriteneinschlag und gebildet durch den Wassereintrag von Flüssen. Ein Nasa-Satellit zur Erkundung des Mars hatte mittels eines Spektrometers vor einigen Jahren Tonerde in dem Gebiet detektiert. Tonerde, die man auch auf der Erde im Gestein findet, deutet darauf hin, dass es dort einst Wasser gab.

Die Wissenschafter denken, dass der Krater-See mehrere Zuflüsse und einen Abfluss hatte, die im Laufe der Zeit viele Sedimente verschleppten.

Astrobiologen, die unter anderem nach möglichen Spuren von Leben im Universum suchen, halten das Gebiet deshalb für besonders vielversprechend, um die Fahndung nach Mikroben lang vergangener Zeiten zu beginnen.

Das etwa 3,6 Milliarden Jahre alte Gestein und die ebenso alten Bodenproben, die "Perseverance" aufspüren und einsammeln wird, sollen im Laufe der nächsten zehn Jahre von anderen Missionen der Nasa in Kooperation mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA auf die Erde gebracht werden.

Kinder scharen sich um einen Tisch, an dem eine erwachsene Person Aufkleber und Broschüren verteilt. - © APA / AFP / Elvis Barukcic
Eine Volksschule in Jezero, Bosnien-Herzegowina am 18. Februar. Der Schulunterricht an Tag der Landung von "Perseverance" auf dem Mars an dem Krater, der nach dem bosnischen Dorf bennant ist, stand ganz im Zeichen der Mars-Mission. - © APA / AFP / Elvis Barukcic

Dass es Leben auf dem Mars gab, ist möglich. "Es gibt Hinweise, dass das Leben auf dem Mars einmal den Lebensbedingungen auf der Erde ähnelte", sagt etwa Tetyana Milojevic, die Leiterin der Weltraumbiochemie Gruppe der Universität Wien. Ihr ist es gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam soeben gelungen, einen experimentellen Prototyp dieses möglichen mikrobiellen Lebens auf dem Mars herzustellen. Die Mikroorganismen wurden auf echtem Marsgestein von einem in der Sahara gefundenen Meteoriten gezüchtet.

Ein schwarz-weißes Foto eines Planeten im Vordergrund sind die Umrisse von technischen Gerätschaften zu erkennen. . - © Reuters via Nasa TV
Das erste Bild des Mars, das "Perservance" nach der erfolgreichen Landung auf die Erde schickte. - © Reuters via Nasa TV

Die Nasa hat einen Livestream, wo man die aktuellen Entwicklungen live verfolgen kann.