Wien. Wirbeltiere mit größeren Gehirnen und mehr Neuronen gähnen länger. Das zeigt ein Team mit österreichischer Beteiligung, das rund 1.300 verschiedene Gähner von Säugetieren und Vögeln ausgewertet hat.

Laut den Forschern bestätigen die im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlichten Ergebnisse die Hypothese, dass das Gähnen ein Kühlmechanismus für das Gehirn sei. Demnach wird durch das gleichzeitige Einatmen kühler Luft und die Kontraktion der die Mundhöhle umgebenden Muskeln der Fluss von kühlerem Blut zum Gehirn gefördert. Die Forscher analysierten Videos von 1.291 Gähnern von 697 verschiedenen Tieren, die 55 Säugetier- und 46 Vogelarten umfassten. Es zeigte sich, dass sich das Muster des Gähnens nicht zwischen den Arten unterscheidet. Vielmehr würde "eine klare Beziehung zwischen Gehirnmasse und der Dauer des Gähnens bei Säugetieren und Vögeln" existieren, sagt Margarita Hartlieb vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien. Zudem würden Säugetiere bei vergleichbarer Gehirnmasse länger gähnen als Vögel.