Wien. Wie jedes Jahr rufen auch heuer wieder Global 2000 und Blühendes Österreich zur Zählung der Schmetterlinge in den Gärten auf. Die Hälfte aller heimischen Arten ist bedroht, einige der wichtigen Bestäuber sind bereits aus unseren Gärten, Balkonen und Terrassen verschwunden. Daher soll von 2. bis zum 25. Juli wieder gezählt werden.

Der Wohnraum für heimische Schmetterlinge wird immer enger. Rund 60 Prozent artenreicher Blühwiesen sind in den letzten drei Jahrzehnten Monokulturen, Trockenlegungen und Versiegelungen zum Opfer gefallen, heißt es in einer Aussendung der Organisationen. In den Gärten verdrängt etwa die Zierpflanze Kirschlorbeer, die für viele Insekten wertlos ist, einheimische Gehölzer und Sträucher. "Der Verlust unserer natürlichen Vielfalt lastet schwer auf den Insekten. Insbesondere Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge sind jedoch Grundvoraussetzung für unsere Nahrungsmittel und insofern für menschliches Leben", erklärt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich.

Citizen-Science-App

Die Schmetterlingszählung ermögliche eine wertvolle Datenerhebung. Im Sommer 2020 haben mehr als 1.400 Freiwillige im Rahmen der Aktion "Zeig’ her deinen Schmetterlingsgarten" in ganz Österreich mitgemacht und 15.591 Schmetterlinge in der Citizen-Science-App "Schmetterlinge Österreichs" gemeldet. Auf Platz eins flatterte das Große Ochsenauge, auf Platz zwei und drei der Kaisermantel und das Schachbrett.

Neben heimischen Nektarpflanzen und Futterpflanzen für die Raupen ist ein giftfreier Garten Voraussetzung dafür, dass sich Schmetterlinge wohlfühlen können", so Agnes Zauner, Geschäftsführerin von Global 2000. Beleuchtungskörper lenken Nachtfalter von der Nahrungs- und Partnersuche ab.