Kakadus lernen einer Studie zufolge voneinander, bei der Nahrungssuche Deckel von Mistkübeln zu öffnen. Das berichtet ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell in Deutschland in der Zeitschrift "Science". Ein Video eines australischen Gelbhaubenkakadus, der mit seinem Schnabel und seinem Fuß eine Tonne öffnete, brachte die Forscherinnen und Forscher auf die Idee, das Verhalten genauer zu untersuchen.

Kein genetisch bedingtes Verhalten

Eine Befragung von Bewohnern der Lebensräume der Tiere in Australien ergab zunächst, dass 2018 der Trick der Kakadus nur in drei Gebieten beobachtet wurde. Ende 2019 fischten die Vögel schon in 44 Gebieten Nahrung aus Mistkübeln. Die Analyse der Areale ergab, dass sich das Verhalten in benachbarten Gebieten schneller verbreitete als in weiter entfernten Gegenden. Die Forschenden folgern daraus, dass die Vögel sich das Verhalten voneinander abgeschaut hatten und es nicht genetisch bedingt ist.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass nicht alle Vögel die Deckel der Behälter öffnen konnten: In drei Arealen markierten die Wissenschafter rund 500 Kakadus mit Farbpunkten, um sie einzeln erkennen zu können. Dabei stellte sich heraus, dass nur etwa zehn Prozent der Tiere dies taten. Die Übrigen warteten, bis die Mistkübel geöffnet waren, und bedienten sich dann. (apa)