Auch Bienen leiden unter schlechtem Wetter: 20 Prozent ihrer Wintersterblichkeit gehen auf widrige Wetterbedingungen zurück, die über das ganze Jahr verteilt auftreten können, berichtet Benedikt Becsi vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien mit Kollegen. Am meisten setzen den Immen extrem kalte Perioden im späteren Winter zu, erklären die Forscher in der Fachzeitschrift "Royal Society Open Science".

Aus Befragungen von Bienenzüchtern gibt es in Österreich Daten zur Wintersterblichkeit von zehn aufeinanderfolgenden Jahren (2011 bis 2020) bei 266.378 Bienenkolonien. Die Forscher untersuchten anhand von Wetteraufzeichnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), wie sehr verschiedene Wetterereignisse in dieser Zeit das Überleben der Insekten während der kalten Jahreszeit beeinflussten.

Das Schlimmste, was den Bienen passieren konnte, waren demnach extreme Kälteperioden ab der Mitte des Winters, berichten sie. Dadurch werden die Bienen von ihren Nahrungsvorräten im Stock abgeschnitten. Sie brauchen nämlich einigermaßen milde Temperaturen, um sich von ihren Gefährtinnen zu lösen, mit denen sie zum Warmhalten als "Wintertraube" kuscheln, und Futter zu holen, das oft ein paar Honigwaben entfernt gelagert wird. In dieser Zeit hätten die Immen schon erhöhten Energiebedarf. Wenn sie diesen nicht decken können, sterben viele einen Hungertod.

Milde Winter sind günstig

Überlebensfördernd wären hingegen milde Wintertemperaturen, denn dann können sie den Bau oft für Hygieneflüge verlassen, um Kot auszuscheiden sowie Wasser zu holen. Beim Futterholen erfrieren sie dann mit höherer Wahrscheinlichkeit auch nicht.

Auch das Wetter zur Blütezeit im Frühjahr und Sommer wirkt sich auf die Wintersterblichkeit aus. Das hängt wohl kaum damit zusammen, dass sie dann mehr Vorräte für den Winter sammeln können, erklären die Forscher. Denn jenen Honig kassieren sowieso die Imker ein und geben ihnen stattdessen Zuckersaft. Ein guter Sommer ist demnach wahrscheinlich einfach an sich für die Gesundheit des Bienenstocks förderlich, meinen sie.

Ein wenig beeinflussten auch Kälteeinbrüche im Herbst das Überleben der Bienen im Winter, berichten die Forscher. Sie kündigen die kalte Jahreszeit an und geben den "fleißigen Insekten" einen Anstoß, sich gut darauf vorzubereiten. (apa)