Zürich. Exoplaneten können in viel massereicheren Sternsystemen vorkommen als bisher vermutet: Ein Forschungsteam hat einen riesigen Gasplaneten entdeckt, der in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlich ist. Davon berichten sie im Fachmagazin "Nature". Der Gasplanet mit dem Namen b Cen (AB)b liegt im 325 Lichtjahre entfernten System b Centauri, wo sich zwei Sonnen umrunden. Beide Gestirne sind massereicher als jeder bisher entdeckte Stern, der einen Planeten beherbergt.

Beobachtungen deuteten bisher darauf hin, dass derartige Riesenplaneten in der Umgebung von Sternen mit mehr als drei Sonnenmassen selten oder nicht vorhanden sind. Doch die Sterne von b Centauri besitzen zusammen mindestens die sechsfache Masse unserer Sonne. Damit ist es das bei weitem massivste System, um das nachgewiesenermaßen ein Planet kreist. Zudem weist der größere Centauri-Stern mit rund 18.000 Grad eine fast dreimal so hohe Temperatur wie unsere Sonne auf.

Rätselhafte Entstehung

In ihrer Studie berichten die Forschenden um den Astronomen Markus Janson von der Universität Stockholm von einem weiteren erstaunlichen Merkmal des Exoplaneten, der zehnmal massereicher als Jupiter ist: Er umkreist seine Muttersterne in einer Entfernung, die hundert Mal größer ist als diejenige zwischen Jupiter und der Sonne. Das sei eine der größten bisher entdeckten Umlaufbahnen.

Dieser große Abstand zum zentralen Sternenpaar könnte der Schlüssel zum Überleben des Planeten sein, so die Europäische Südsternwarte (ESO) in einer Mitteilung. Es sei unwahrscheinlich, dass sich der Gasriese an Ort und Stelle durch konventionelle Mechanismen gebildet hat. Er könnte anderswo entstanden und erst später an seinen jetzigen Standort gelangt sein.