Die Sonne liegt im Zentrum eines staubfreien, 1.000 Lichtjahre großen Hohlraums. Eine Kette von Sternexplosionen, Supernovae genannt, führte zur Entstehung dieser Lokale Blase genannten kosmischen Formation. Das berichtet ein Team mit Beteiligung der Uni Wien im Fachmagazin "Nature".

Zusammen mit dem Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in den USA wurde anhand von Daten des europäischen Weltraumteleskops "Gaia", das Eigenbewegungen von Sternen vermisst, die jüngere Geschichte der Milchstraße rekonstruiert. Das Ergebnis ist eine 3D-Visualisierung der Lokalen Blase. Sie ist mit einem heißen Gas niedriger Dichte gefüllt, umgeben von einer Hülle aus kaltem, neutralem Gas. An den Rändern entstehen neue Sterne in unserer galaktischen Umgebung.

Die Geschichte der unser Sonnensystem umgebenden Blase beginnt vor 14 Millionen Jahren, als über einen Zeitraum von einigen Millionen Jahren 15 Supernovae stattfanden. Dabei explodieren massereiche Sterne am Ende ihrer Lebenszeit. Zeugnisse dieser Explosion in Form des Isotops Eisen-60 wurden in Sedimentproben aus der Tiefsee entdeckt.

Zentrumslage ist Zufall

Durch die gewaltigen Sternexplosionen wurde interstellares Gas nach außen geschoben und die Lokale Blase entstand. An den Rändern verdichtete sich das Gas. Es bildeten sich Molekülwolken, in welchen Sterne entstehen konnten. Dass die Sonne sich ziemlich genau im Zentrum der Lokalen Blase befindet, ist laut den Forschern Zufall. Weil sich der Hohlraum nicht unbegrenzt ausdehnen wird, schätzen sie, dass unser Sonnensystem in fünf Millionen Jahren die Blase wieder verlassen wird.