Australische Forscher haben im Kosmos ein ungewöhnliches Objekt entdeckt, das mit nichts vergleichbar sei, was Astronomen bisher gesehen haben. Es könnte sich um einen Neutronenstern oder einen Weißen Zwerg handeln - kollabierte Sternkerne - mit einem extrem starken Magnetfeld, berichten sie im Fachblatt "Nature".

Künstlerische Darstellung des im All entdeckten Objekts. - © ICRAR
Künstlerische Darstellung des im All entdeckten Objekts. - © ICRAR

Eigentlich wollte das Team Radiowellen im All kartieren, doch dabei entdeckte es gigantische Energiestöße, die drei Mal in der Stunde freigesetzt wurden. Dabei war das seltsame Objekt eine der hellsten Radioquellen am Himmel. "Dieses Objekt tauchte während unserer Beobachtungen innerhalb weniger Stunden auf und verschwand wieder", betont die Astrophysikerin Natasha Hurley-Walker vom International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR). "Das war völlig unerwartet. Für uns war es irgendwie unheimlich, denn es gibt nichts am Himmel, das so etwas tut."

4.000 Lichtjahre entfernt

Die neue Entdeckung ist etwa 4.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich damit "in unserem galaktischen Hinterhof". Objekte, die sich im Universum an- und abschalten sind für Astronomen allerdings nichts Neues - sie nennen sie "Transienten". Bei der Untersuchung von Transienten beobachtet man den Tod eines massereichen Sterns oder die Aktivität der Überreste, die er hinterlässt", erklärt die Astrophysikerin Gemma Anderson.

Zur Zeit wird der mysteriöse Himmelskörper weiter beobachtet, um nicht zu verpassen, wenn er sich wieder einschaltet. Die Entdeckung entspräche einem vorhergesagten astrophysikalischen Objekt, das als "ultra-langperiodischer Magnetar" bezeichnet wird. Das ist eine Art langsam rotierender Neutronenstern, dessen Existenz theoretisch vorhergesagt wurde. "Aber niemand hat erwartet, einen solchen Stern direkt zu entdecken", so Hurley-Walker.(gral)