Mit einer neuen globalen Sound-Plattform wollen Forscher das Leben in den Ozeanen und anderen Gewässern besser dokumentieren und zugleich zum Schutz der Artenvielfalt beitragen. Der Name des Geräuscharchivs klingt selbst fast wie das Blubbern eines Fischs: GLUBS (Abkürzung für: Global Library of Underwater Biological Sounds). Seinen Plan stellt das internationale Wissenschaftlerteam im Fachjournal "Frontiers in Ecology and Evolution" vor.

Auch unter Wasser gibt es eine eindrucksvolle Geräuschkulisse, etwa wenn Tiere um einen Partner werben oder ihr Revier verteidigen. Ob Fische, Wirbellose oder Säugetiere - viele Meeresbewohner geben Laute von sich, oft überraschende. Forscher nehmen an, dass alle in den Weltmeeren lebenden Säugetiere Töne von sich geben. Berühmt sind die markanten Walgesänge. Vernehmbar sind Experten zufolge aber auch mindestens 100 Wirbellose sowie rund 1.000 der weltweit etwa 35.000 bekannten Fischarten - "wahrscheinlich aber viele Tausende mehr", heißt es in einer Mitteilung zu der geplanten Audio-Bibliothek.

Geräuschkulisse von Ökosystemen

Es gehe bei der Datenbank aber nicht nur um Laute zur Kommunikation, sondern auch um solche, die die Tiere etwa beim Fressen, Schwimmen oder Kriechen erzeugen. Auch diese Töne seien Teil der Geräuschkulisse eines Ökosystems. Angesichts der weltweiten Abnahme der Artenvielfalt und der ständigen Veränderung von Unterwasser-Klanglandschaften durch den Menschen sei es notwendig, diese Geräusche zu dokumentieren, zu quantifizieren und zu verstehen, "bevor sie möglicherweise verschwinden", sagte Hauptautor Miles Parsons vom Australian Institute of Marine Science.

Die Audio-Plattform soll ständig erweitert werden, über Apps und Unterwasser-Kameras sollen auch Hobby-Taucher und Bürgerwissenschaftler ihren Beitrag leisten können. (apa/dpa)