Die Lebensbedingungen für Amphibien und Reptilien haben sich in Vorarlberg weiter verschlechtert. Aktuell beheimatet Vorarlberg 14 Amphibien- sowie acht Reptilienarten. "Die Beurteilung ihrer Zukunft ist ernüchternd", hieß es seitens des Dornbirner Naturkundemuseums inatura als Dokumentationsstelle der Natur Vorarlbergs am Freitag bei der Vorstellung der aktualisierten "Roten Liste". Gleich vier Arten mussten als "vom Aussterben bedroht" eingestuft werden.

2008 wurde die erste "Rote Liste gefährdeter Amphibien und Reptilien Vorarlbergs" veröffentlicht, nun erarbeiteten Maria Aschauer und Markus Grabher eine Neubeurteilung der Gefährdungslage. Bodenversiegelung, Straßenverkehr, Klimawandel, Hauskatzen, Fischbesatz und Schadstoffeintrag in Gewässern und allgemeiner Landschaftswandel machen den Tieren das Leben demnach zunehmend schwer, ihre Lebensräume verschwinden.

Vom Aussterben bedroht ist etwa der Feuersalamander, der 2008 noch als "verschollen" eingestuft wurde; inzwischen wurde sein Vorkommen an wenigen Orten bestätigt. Auch der Fadenmolch, mit neun Zentimetern die kleinste heimische Molchart, sei auf ein sehr kleines Verbreitungsgebiet beschränkt. Teichfrosch und Kleiner Wasserfrosch wurden vermutlich fast vollständig durch den Italienischen Wasserfrosch verdrängt, der sich nur durch genetische Methoden von den heimischen Grünfröschen unterscheiden lasse, so die Fachleute.

Als stark gefährdet gelten zudem Kammmolch, Laubfrosch, Gelbbauchunke und Schlingnatter. Weitere vier Arten seien gefährdet, sechs Arten drohe Gefährdung, so der Bericht. Als nicht gefährdet wurde nur der Bergmolch bewertet. "Wir sind in besonderem Maße für den Fadenmolch verantwortlich, der österreichweit nur im Rheindelta nachgewiesen wurde", so die Studienautoren. Bei Alpensalamander, Barrenringelnatter und Kammmolch trage Vorarlberg starke Verantwortung für den Arterhalt in Österreich.

Eine vielfältige Landschaft sei Voraussetzung für die Erhaltung der heimischen Arten, betonte Grabher. Diese bräuchten Gewässer, naturnahe Mager- und Feuchtwiesen sowie Holzhaufen, Steinmauern und Hecken. Neben dem Straßenverkehr sei zunehmend auch der Klimawandel ein Bedrohungsfaktor. "So haben etwa lange Trockenphasen aufgrund klimatischer Veränderungen für Molche und Frösche gravierende Auswirkungen", so Grabher. Diese Tiere reagierten sensibel auf Veränderungen ihrer Habitate, darum seien sie wichtige Indikatoren für den Zustand von Natur und Artenvielfalt. Die Wissenschafter forderten daher mehr Biotop- und Artenhilfsmaßnahmen, zudem müsse der Bestand per Monitoring auch in Zukunft beobachtet werden.