Pflegen Delfinmännchen enge Freundschaften mit anderen Männchen aus ihrer Gruppe, werden sie offenbar mit einem höheren Fortpflanzungserfolg belohnt: Beliebte Männchen mit besonders starken Bindungen zu möglichst vielen Artgenossen zeugen die meisten Nachkommen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie im Fachmagazin "Current Biology" unter Leitung der Universität Zürich hervor.

Die Forschenden um Livia Gerber analysierten Verhaltensdaten von 85 männlichen Delfinen an der Shark Bay an der Westküste Australiens, die über 30 Jahre gesammelt wurden. Diese Informationen verknüpften sie mit Vaterschaftsanalysen von mehr als 400 Delfinen. Demnach hing die Zahl der Vaterschaften eines Männchen eng zusammen mit seiner sozialen Bindungsstärke innerhalb seiner Allianz, wie das internationale Team berichtet.

Bessere Nutzung der Kooperation

"Gut integrierte Männchen können die Vorteile der Kooperation wahrscheinlich besser nutzen und haben damit einen leichteren Zugang zu Ressourcen wie Nahrung oder Paarungspartnern. Zudem sind sie im Vergleich zu Artgenossen mit wenigen, aber engeren Partnern widerstandsfähiger gegen Partnerverluste", vermutet Gerber laut einer Mitteilung der Universität Zürich.

Dass starke Freundschaften einen direkten Einfluss auf den Fortpflanzungserfolg haben, konnte bisher lediglich bei männlichen Schimpansen gezeigt werden. Dies ergänzte Letztautor Michael Krützen, Professor für evolutionäre Anthropologie und Genomik.

Die in der Studie untersuchten Indopazifischen Großen Tümmler in der Shark Bay leben in sozialen Allianzen, die vier bis 14 Männchen umfasst. Die Freundschaften der Delfinmännchen können lebenslang lang bestehen bleiben. (apa)