Eine bisher unbekannte Quallenart vor Cronulla an der australischen Ostküste gibt Forschern Rätsel auf. Das Tier teile strukturelle Merkmale mit den tödlichen Würfelquallen, die die tropischen Gewässer von Down Under bevölkern, so die Biologin Lisa Gershwin, die bereits mehr als 200 Arten der Nesseltiere beschrieben hat. Jedoch kommt der berüchtigte Box Jellyfish - der "supergetunte Ferrari des Todes", wie Gershwin ihn nennt - im Meer vor New South Wales eigentlich nicht vor.

"Das ist ein toller Fund", sagte die Expertin aus Launceston in Tasmanien, die bereits Sachbücher über Quallen geschrieben hat. Ein erfahrener Schwimmer, der jeden Tag vor Cronulla bei Sydney im Ozean unterwegs ist, hatte die unbekannte Art in der vergangenen Woche gleich zwei Mal etwa 800 Meter vom Ufer entfernt gefilmt. Laut Gershwin handelt es sich definitiv nicht um den Box Jellyfish aus Nordaustralien (Chironex fleckeri aus der Gruppe der "Seewespen"). Aber bis die Qualle endgültig identifiziert ist, sei völlig unklar, ob sie gefährlich oder harmlos sei.

Beunruhigend sei die Form der Tentakel, erklärte Gershwin. "Die gefährlichen Arten haben flachere Tentakel, die wie Fettuccine aussehen." Dies sei hier der Fall, aber gleichzeitig habe die Kreatur in ihrem Körper auch "gallertartige Knötchen, die wie Murmeln wirken". Diese wiederum werden mit ungefährlichen Arten in Verbindung gebracht. Die Expertin arbeitet mit dem Australian Museum zusammen, um die möglicherweise bisher unbekannte Spezies zu identifizieren.

Seewespen gelten als die giftigsten Tiere der Welt. Ihre Nesselzellen, die an bis zu drei Meter langen Tentakeln sitzen, können einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Die Tiere sind transparent, der Schirm vierkantig - deshalb der Name Würfelqualle. Besonders in den wärmeren Monaten sind sie an der Küste von Nord-Queensland eine große Bedrohung. Wer sichergehen will, geht mit einem nesselsicheren Surf-, Tauch- oder Quallenschutzanzug baden. (apa/dpa)