Gasprojekte auf offenem Meer Wale bedrohen Wale - das zeigt ein am Donnerstag veröffentlichter ein Report von Greenpeace. Die fünf Hauptrisiken für die Meeressäuger sind demnach seismische Untersuchungen, Lärm von Bohrungen und Schifffahrt, ökotoxikologische Auswirkungen, Schiffsunfälle und die Klimaerhitzung.

Die Greenpeace-Studie untersuchte vor allem das "Burrup Hub" des Energiekonzerns Woodside Energy in den Meeren nordwestlich von Australien. Es handle sich um zwei Offshore-Gasprojekte, die "direkt in den Lebensräumen und Wanderrouten von teils bedrohten Walarten geplant sind". Der deutsche Energiekonzern RWE, der über ein Drittel der Anteil an der österreichischen KELAG hält, ist laut Greenpeace einer der Hauptkunden des Projekts.

Greenpeace fordert ein Ende von Offshore Öl- und Gasexplorationen. RWE müsse sich aus dem Gasprojekt zurückziehen und Woodside Energy das Projekt fallen lassen. "Aktuell bereitet die Energieversorgung vielen Kopfzerbrechen. Doch wir dürfen die Debatte nicht auf Kosten des Klimas und der Artenvielfalt führen", betonte Lukas Meus, Meeresexperte bei Greenpeace in Österreich.

Schallkanonen stören die Kommunikation der Tiere

Der Bericht "Moby Sick" führt als ein Beispiel für die Wal-Bedrohung seismische Untersuchungen zur Untersuchungen zur Lokalisierung von Öl- und Gasvorkommen an. Dabei werden Unterwasser-Schallkanonen angewendet, die permanent laute, niederfrequente Schallwellen mit bis zu 260 Dezibel durch das Wasser in den Meeresboden senden. Meeressäugetiere, vor allem Wale, nutzen Schall, um zu navigieren, miteinander zu kommunizieren, auf Angreifer zu reagieren und Nahrung zu suchen. "Die Lärmverschmutzung durch seismische Untersuchungen kann für Wale tödlich sein, da sie die überlebenswichtigen Fähigkeiten der Tiere massiv stören", warnt Greenpeace. (apa)