Während in den städtischen Grünflächen des Alpenraums eine Vielzahl an nichtheimischen Baumarten rund 80 bis 90 Prozent des Gesamtbestandes ausmachen, halten sie in Österreichs Wäldern bisher erst einen Anteil von weniger als zwei Prozent. Die Tendenz sei "ganz leicht steigend", wozu unter anderem der Klimawandel beitrage, erklärt die Forscherin Katharina Lapin. Man sollte daher verstärkt darüber nachdenken, was die Verwendung von einst fremden Arten in einer Region bewirken kann.

Über drei Jahre lang hat ein weitverzweigtes Team um die Wissenschafterin vom Wiener Bundesforschungszentrum für Wald die Situation um nichtheimische Baumarten, wie etwa die Robinie die Douglasie oder die Roteiche analysiert. Ein zentrales Ergebnis des EU-geförderten APTREES-Projekts mit Partnern aus dem gesamten Alpenbogen ist ein neues System zur Risikobewertung und längerfristigen Beobachtung.

Manche gelten als invasiv

Bis dato zählt man rund 530 in Europa ursprünglich nicht anzutreffende Arten. Manche schafften den Sprung hierher schon vor Jahrhunderten - in den meisten Fällen durch menschliches Zutun. So etwa der aus Südostasien stammende Götterbaum. Heute ist er mancherorts als invasiv anzusehen, also als potenzieller Verdränger angestammter Bäume, den man nur sehr schwer oder gar nicht wieder loswird. In den alpin geprägten Wäldern unserer Breiten angekommen sind bisher rund 20 Arten.

Doch gebe es auch gute Argumente für einen bewussten Einsatz neuer Arten. Wenn durch die Erwärmung und ihre Folgen alteingesessene Bäume weiter unter Druck geraten, könne man "unter Umständen" mit nichtheimischen Baumarten das Risiko eines Ausfalls abmildern. Doch es gibt keine Art, die alle Probleme lösen könnte, so Lapin.