Mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) konnte erstmals Schwefeldioxid (SO2) in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb des Sonnensystems nachgewiesen werden. Nach Angaben der Österreichischen Akademie der Wissenschaften handelt es sich um den Exoplanet WASP-39b und einen "neuen Meilenstein" für das Weltraumteleskop, der "ein Fenster in die Vergangenheit von Exoplaneten" eröffne.

WASP-39b ist ein heißer Gasriese außerhalb unseres Sonnensystems, der 1.150 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Er umkreist seinen Stern alle 3,4 Tage. Astronomen haben den Exoplaneten aus der Kategorie der "Heißen Jupiter" für die Erprobung des JWST ausgesucht, da sich seine aufgeblähte Atmosphäre für das Verfahren der Transit-Spektroskopie besonders eignet. Versteht man, wie die Atmosphäre eines Planeten zusammengesetzt sei, können Rückschlüsse auf Ursprung und Entwicklung gezogen werden.

Blick in ferne Vergangenheit

Der Fingerabdruck von Schwefeldioxid in der Atmosphäre eines Wasserstoff-Helium-reichen Gasriesen sei "ein Paukenschlag in der Geschichte der Exoplaneten-Forschung", so das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF). Denn die "normale" Chemie ließe kein Vorhandensein von SO2 vermuten. Laut den Wissenschaftern könnten jedoch Photonen mit ausreichender Energie es schaffen, Atmosphären-Moleküle wie Schwefelwasserstoff und Wasser zu spalten. Die Spaltprodukte wiederum können dann neue Kombinationen - wie SO2 - bilden.

Schwefelwasserstoff verhält sich in einer Wasserstoff-dominierten Atmosphäre außerordentlich stabil. Der enthaltene Schwefelanteil dürfte demnach seit der Entstehung der Planeten relativ unverändert geblieben sein. "Wir haben es hier mit Zeitzeugen aus der fernen Vergangenheit zu tun, welche es jetzt weiter zu untersuchen gilt", betont das IWF.