Menschen können besser als erwartet die kommunikativen Gesten von Schimpansen interpretieren. Das schreiben zwei schottische Forscherinnen im Fachblatt "PLOS Biology". Demzufolge konnten Probanden mehr als die Hälfte der gezeigten Affengesten korrekt verstehen. "Das deutet darauf hin, dass diese Gesten Teil eines alten evolutionären, gemeinsamen Gestenvokabulars aller Arten von Menschenaffen - also einschließlich uns - sein könnten", sagte Kirsty Graham, eine der autorinnen.

Graham, von der schottischen Universität St Andrews, und ihre Kollegin Catherine Hobaiter hatten mehr als 5.500 Studienteilnehmer kurze Videos der zehn gängigsten Gesten von Gemeinen Schimpansen und Bonobos anschauen lassen. Die Probanden sollten versuchen zu verstehen, was die Tiere damit kommunizieren wollen. "Gib mir das Essen", "Kraul mich", "Rück doch näher" oder "Lass das sein" waren dabei einige der Antworten, aus denen die Probanden auswählen konnten.

Die Teilnehmer tippten zu rund 52 Prozent richtig - den Forscherinnen zufolge deutlich häufiger, als ein zufälliges Raten erwarten lassen würde. Dabei waren die Ergebnisse nur geringfügig besser, wenn die Probanden etwas über den Zusammenhang erfuhren, in dem die Geste getätigt wurde.

Den Autorinnen zufolge ist unklar, ob das Verständnis für die Affengesten im menschlichen Erbgut liegt oder ob Menschen und Affen aufgrund ihrer Intelligenz und ihrer physischen Ähnlichkeit die Fähigkeit teilen, kommunikative Signale zu verstehen. (apa/ dpa)