Die Nasa-Forscher gehen davon aus, dass Mount Sharp aus Fluss-Sedimentgestein besteht. Sie erwarten Ton und Sulphat-Mineralien an dessen Fuß. Wissenschafter des California Institute of Technology in Pasadena malen aber ein trockeneres Bild: Hochauflösende Bilder der Nasa-Raumsonde "Reconnaissance" hätten gezeigt, dass die Gesteinsschichten nicht wie Fluss-Sedimente waagrecht, sondern schräg verlaufen, was auf die Aktivität von Wind und Staub schließen lasse.

Der Mars ist wie die Erde vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden. Mit einem Druck von sieben Millibar ist seine Atmosphäre jedoch heute 150 Mal dünner als die irdische. Seine Luft enthält 0,145 Prozent Sauerstoff, im Unterschied zu 20 Prozent auf der Erde. Forscher gehen davon aus, dass der Rote Planet einst eine viel dichtere Lufthülle besaß. "Unser Job ist, herauszufinden, was die Geschichte dieses Planeten über unseren Planeten erzählt", sagt Jim Bell von der Arizona State University, Wissenschafter der Mission am JPL.

Blick über den Tellerrand

Die Nasa definiert Leben als chemisches System, das sich selbst reproduziert und durch Variation und Selektion komplexer wird. Wie komplex die Suche danach auf anderen Planeten ist, zeigt ein Blick über den Tellerrand. "Es ist gut möglich, dass es völlig anderes Leben gibt - etwa Lebensformen, die auf elektrischer Basis funktionieren", erklärte jüngst etwa der Biochemiker Gottfried Schatz in dieser Zeitung. "Das Leben könnte unter anderen Umständen und andernorts ganz anders konfiguriert sein", sagt auch der deutsche Chemiker Gerhard Wegner. "Curiosity" ist nur ein winziger Baustein in der Suche nach Leben im All.

Ursprünglich sollte der 1,9 Milliarden Euro teure Rover nur zwei Jahre auf dem Mars bleiben. Die Mission wurde jedoch auf "so lange wie möglich" ausgedehnt. Ein bereits geplanter Nachfolger soll 2020 landen. Um Geld zu sparen, soll er auf dem Design von "Curiosity" aufsetzen und Bodenproben sammeln und verpacken, damit diese zur Erde gebracht werden können, wo viel genauere Analysen möglich sind. "Curiosity wird dann den Rest ihrer Tage auf dem Mars verbringen. Sie kann sich mehr als ein Jahrzehnt lang mit Energie versorgen, die unerschrockene Entdeckerin wird also forschen, solange ihre Instrumente funktionieren", sagt Noah Warner, also bis man sagen kann: Curiosity killed Curiosity. Aber vielleicht transportiert ja bei der von der Nasa ebenfalls anvisierten bemannten Mission zum Roten Planeten jemand einmal eine Katze zum Mars.