Löwen: Auch der Afrikanische Löwe gilt laut Roter Liste als
"gefährdet" - und der Trend zeigt weiter nach unten. Die Population
wird auf etwa 23.000 Tiere geschätzt, was einer Abnahme um die 30
Prozent in 20 Jahren gleichkäme. Auch besiedelt der "König der Tiere" nur noch knapp ein Viertel seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Vor allem Tötungen durch den Menschen in Folge von Konflikten bei der Viehzucht stellen ein gravierendes Problem dar.

Die Gewinner

Bengalischer Tiger: Die umfassenden Programme in den 15
Schutzgebieten im Teraigebiet von Nepal und Indien zeigen Wirkung.
In den Nationalparks in Südnepal hat die Zahl der wild lebenden Tiger
in den letzten vier Jahren um fast zwei Drittel auf 198 Tiere
zugenommen.

Amur-Leopard: Die Bestandszahlen des Amur-Leoparden in Russland haben laut einer Zählung deutlich zugenommen. Derzeit sollen rund 50 Tiere durch die Wälder nahe Wladiwostoks streifen. In China zeigen
Aufnahmen aus einer Kamerafalle eine Leopardin mit zwei Jungtieren.
Das spräche dafür, dass sich die Art auch wieder in der Volksrepublik
ausbreitet. Amur-Leoparden zählen zu den gefährdetsten Säugetieren
der Welt. Beim Zensus 2008 waren nur rund 30 Tiere identifiziert
worden. Bereits 2012 zählte die Art zu den Gewinnern. Damals war im Südwesten Russlands an der Grenze zu China und Nordkorea ein neuer Nationalpark eingerichtet worden.

Wisent: Der Europäische Wisent ist durch eine Aussetzung im
Rothaargebirge erstmals seit mehreren Jahrhunderten wieder in
Deutschland heimisch. Zurzeit prüft der WWF gemeinsam mit der
Weltnaturschutzunion IUCN und der Berliner Humboldt-Universität,
wo und in welchem Umfang weitere Wisente wieder dauerhaft und
langfristig angesiedelt werden könnten. Die seltenen Wildrinder
benötigen große, relativ unzerschnittene Waldgebiete.

Haie: Auf der Internationalen Artenschutzkonferenz CITES wurde im
März der Schutz von fünf bedrohten Hai-Arten beschlossen. Heringshai, Weißspitzen-Hochseehai und drei Hammerhaiarten dürfen nur noch nachhaltig gehandelt werden. Viele Haie sind sehr anfällig für Überfischung, da sie hohe Fangzahlen nicht durch eine schnellere Reproduktionsrate ausgleichen können.