München. Forscher der Zoologischen Staatssammlung München haben 560 Wildbienenarten aus Deutschland und benachbarten Ländern genetisch analysiert. Über fünf Jahre dauerten die Forschungen des DNA-Barcoding-Projekts, das Ergebnis ist die nach Angaben der Forscher weltweit erste umfassende Katalogisierung der Insektengruppe.

Von der am Donnerstag veröffentlichten genetischen Datenbank erhoffen sich die Münchner Wissenschafter Hinweise auf bisher unentdeckte Arten. Außerdem soll es leichter werden, bekannte Arten zu identifizieren. "Mit diesen genetischen Daten lassen sich künftig fast alle deutschen Wildbienenarten auf einfache Weise bis zur Art bestimmen", erläuterte Projektkoordinator Christian Schmid-Egger. Das sei bisher nur mithilfe hoch spezialisierter Fachleute möglich gewesen.

Genetische Datenbank der TIere

Als Bestäuber von Pflanzen spielen Wildbienen eine zentrale Rolle im Ökosystem. Allerdings sind die Bestände vieler Arten in Deutschland stark vom Aussterben bedroht.

Das DNA-Barcoding-Projekt dient als Schritt auf dem Weg zu einem ehrgeizigen Ziel. Es erfolgt im Rahmen mehrerer Projekte, mit denen genetische Datenbanken aller Tiere im Land möglich werden sollen. Darüber hinaus ist es Teil des "International Barcode of Life"-Projekts, das auf die genetische Erfassung aller Tierarten weltweit ausgerichtet ist.