Ottawa. Der Klimawandel verkleinert den von Hummeln genutzten Lebensraum. Die südliche Grenze der Verbreitung der meisten Arten in Europa und Nordamerika habe sich nach Norden verschoben - die nördliche Grenze jedoch nicht, berichten Forscher im Fachblatt "Science". Die Südgrenze liegt jetzt bis zu 300 Kilometer nördlicher als vor 100 Jahren.

"Für Arten wie Hummeln, die sich unter kühlen Bedingungen entwickelt haben, ist der Klimawandel womöglich die Bedrohung, die sie für immer verschwinden lässt", so Jeremy Kerr von der University of Ottawa (Kanada). Für ihre Studie werteten die Forscher rund 420.000 Daten von 67 Hummelarten aus der Zeit von 1901 bis 2010 aus.

Einige Tierarten reagieren mit einem veränderten Lebenszyklus auf den Klimawandel. Auch Verbreitungsgebiete verändern sich: Die Tiere wandern Richtung Norden oder in größere Höhen, um in ihrem bevorzugten Temperaturbereich zu bleiben. Doch anders als viele andere Tierarten reagieren die Hummeln auf die Erwärmung nicht mit einer Erweiterung ihres Lebensraums in Richtung Norden. "Obwohl sich ihre Lebensräume mit rund plus 2,5 Grad deutlich erwärmt haben, haben sie es nicht geschafft, mit der Erwärmung mitzuziehen", so Mitautor Oliver Schweiger vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Nur einige Populationen hätten ihren Lebensraum in kühlere Höhen verlagert - doch irgendwann ist der Berg zu Ende.

Der Rückgang der Verbreitungsgebiete der Hummeln, die zur Familie der Echten Bienen gehören, sei nicht nur für die Insekten selbst fatal. Sie bestäuben viele Pflanzen, die Mensch und Tier als Nahrungsquelle dienen.