Der Plutomond Charon auf dem jüngst publizierten Foto. - © ap
Der Plutomond Charon auf dem jüngst publizierten Foto. - © ap

Washington. Plutos Mond Charon ist nicht die kraterübersäte Einöde, die manche Astronomen erwartet haben. Das illustrieren die bisher detailreichsten Aufnahmen des eisigen Trabanten, die von der Raumsonde "New Horizons" geschossen wurden. Auf der Mondoberfläche finden sich unter anderem ein bis zu neun Kilometer tiefes Canyonsystem, das mindestens viermal so lang ist wie der Grand Canyon auf der Erde, sowie eine 600 Kilometer lange Kette von Tälern und Abhängen. "New Horizons" hielt zudem überraschende Farbvariationen fest. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa publizierte die Aufnahmen am 1. Oktober.

"Wir hielten es für unwahrscheinlich, solche interessanten Merkmale auf diesem Trabanten einer Welt am fernen Rand unseres Sonnensystems zu sehen", betonte "New Horizons"-Forscher Ross Beyer in einer Nasa-Mitteilung. Das Canyon-System zieht sich quer über Charon und reicht vermutlich bis auf die Rückseite des Mondes. "Es sieht aus, als ob Charons komplette Kruste aufgesprungen wäre", meinte John Spencer vom Southwest Reserch Institute in Boulder (US-Bundesstaat Colorado). Die Forscher diskutieren, ob womöglich ein unterirdischer Ozean auf Charon vor langer Zeit gefroren ist und durch die damit einhergehende Volumenänderung die Oberfläche des Mondes gesprengt hat.