Rüsseltiere haben tiefe Laute für wichtige Botschaften . - © reu/Mikoya
Rüsseltiere haben tiefe Laute für wichtige Botschaften . - © reu/Mikoya

Wien. (est/apa) Elefanten werden um die 70 Jahre alt. Die Männchen verlassen mit 14 Jahren ihre Familien, um entweder als Einzelgänger oder in lockeren Sozialverbänden zu leben. Allgemein gelten die Elefantenbullen als schweigsam. Außerhalb der Paarungszeit pflegen sie jedoch durchaus Kontakte. Und sie kommunizieren deutlich, jedoch weniger als die Weibchen und vor allem nur, wenn etwas von Bedeutung ist, berichten Wiener Forscher im Fachblatt "Scientific Reports".

Einige Grundzüge der Elefantensprache: Bei Aufregung "trompeten" sie mit dem Rüssel. Neben diesen hochfrequenten Laut-Äußerungen zählen tieffrequente, mit dem Kehlkopf erzeugte "Rumble"-Laute zu den Hauptkommunikationsmitteln der Dickhäuter. Damit halten sie mit Herde und Familie ständig Kontakt und kommunizieren mit anderen Gruppen. Bei der Erforschung der Lautkommunikation hatte man sich bisher allerdings vor allem auf die Weibchen konzentriert. Von den Männchen kannte man nur jene "Rumble"-Laute, die sie im hocherregten, "Musth" genannten Zustand bei einem hohen Testosteronspiegel ausstoßen. Das sei vergleichbar mit dem Röhren der Hirsche während der Brunft, erklärt Angela Stöger vom Department für Kognitionsbiologie der Uni Wien.

Stöger und ihr Kollege Anton Baotic haben in einem Schutzgebiet in Südafrika die Laute von zehn Elefantenbullen aufgenommen und analysiert, und zwar außerhalb der "Musth", wenn sie sozialen Kontakt pflegen. Dabei zeigte sich, dass sie zwar weniger oft vokalisieren als Weibchen. "Aber wenn sie etwas zu ,sagen‘ haben, dann hat das Bedeutung", betont Stöger.

Anhand von Kotproben konnten die Forscher nachweisen, dass die Elefantenbullen nicht nur ihren hormonellen Zustand mitteilen, sondern durch die "Rumble"-Laute auch ihre Reife - also Größe und Alter. Die Töne sind durchaus beeindruckend: Aufgrund der Größe der Tiere - ein erwachsener Elefantenbulle ist mit 7000 Kilo doppelt so schwer wie ein Weibchen - stoßen sie Laute mit einer doppelt so tiefen Grundschwingung aus, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Und weil der Rüssel der längste Vokaltrakt der Landsäugetiere ist, übermitteln die Resonanzfrequenzen Größe und Alter. Die "Rumble"-Laute sind also nicht nur in der Paarungszeit für die Weibchen wichtig, sondern auch im Sozialsystem der Männchen. Die Geschlechtsgenossen können andere Männchen dadurch erkennen und einschätzen.