"In sich geschlossener, größerer Landschaftsbereich, der sich durch natürliche Eigenart und Schönheit auszeichnet und in seinem Zustand unverändert erhalten bleiben soll", so spricht der Duden. In Österreich gibt es 48 solche "Landschaftsbereiche", die sich "Naturpark" nennen dürfen, die meisten davon in Niederösterreich. Doch was unterscheidet einen Naturpark von einem Nationalpark, einem Wildnisgebiet und anderweitig artverwandten Landschaften? Die kurze Erklärung ist, dass all diese Begriffe verschiedene Schutzgebietskategorien bezeichnen, die sich einerseits durch den Grad des Schutzes unterscheiden, aber auch durch Dinge wie internationale Anerkennung und Nutzung.

Ein Naturpark etwa ist Ländersache und existiert als Schutzgebietskategorie auch nicht in allen Bundesländern. Im entsprechenden niederösterreichischen Landesgesetz etwa heißt es, was Naturparke angeht: "Schutzgebiete (Landschafts-, Europa- oder Naturschutzgebiete) oder Teile derselben, können durch Verordnung der Landesregierung zum Naturpark erklärt werden." Dies setzt die besondere Eignung eines Gebietes für Erholung und Wissensvermittlung voraus, das Einverständnis des Grundstücksbesitzers und auch die Eignung für eine "Begegnung" des Menschen mit dem geschützten Naturgut. Zusätzlich braucht ein jeder Naturpark ein Konzept für seine Pflege und Entwicklung, sowie für die touristische Nutzung und für die Vermittlung von Bildung, und eine Trägerorganisation, die dieses Konzept umsetzt. Ein Naturpark entsteht durch das Zusammenwirken von Natur und menschlichem Handeln. Ästhetik spielt dabei eine Rolle, aber auch schonende Nutzung und der Erhalt der Landschaft.

Österreichweit sieben Nationalparke

Im Unterschied zu Naturparken sind Nationalparke dem Bund unterstellt. In Österreich gibt es davon sieben, von denen der älteste der Nationalpark Hohe Tauern ist, der sich schon seit 1981 so nennen darf. Sechs davon sind international von der Welt-Naturschutzunion IUCN anerkannt. Ebenfalls anders als beim Naturpark steht bei einem Nationalpark der Schutz der Natur an unangefochten erster Stelle. Den IUCN-Kriterien zufolge ist ein Nationalpark ein "natürliches Landgebiet oder marines Gebiet, das ausgewiesen wurde, um die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme im Interesse der heutigen und kommenden Generationen zu schützen, um Nutzung oder Inanspruchnahmen, die den Zielen der Ausweisung abträglich sind, auszuschließen, und um eine Basis für geistig seelische Erfahrung sowie Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote für Besucher zu schaffen. Sie alle müssen umwelt- und kulturverträglich sein." Nationalparke finden sich überall in Österreich, mit Ausnahme des westlichsten Bundeslandes Vorarlberg.