Cambridge/Wien. (gral) Im August dieses Jahres hatten Astronomen nahe dem sonnennächsten Stern, Proxima Centauri, einen erdähnlichen Planeten in einer bewohnbaren Zone entdeckt - Proxima b. Auf den ersten Blick schien Proxima Centauri aber nichts mit unserem Heimatstern, der Sonne, gemeinsam zu haben. Es ist ein kleiner, kalter, roter Zwergstern, der nur ein Zehntel der Masse und ein Tausendstel der Leuchtkraft der Sonne besitzt. Neue Forschungen zeigen allerdings eine Sonnenähnlichkeit, berichten Forscher des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge. So zeigt sich ein regelmäßiger Zyklus an Sternenflecken.

Diese sind, ähnlich wie Sonnenflecken, dunkle Kleckse an der Sternenoberfläche, wo die Temperatur etwas unter jener des umgebenden Terrains liegt. Sie werden durch magnetische Felder gesteuert. Sie können den Plasma-Fluss eines Sterns steuern und zu diesen Flecken führen. Veränderungen in diesen Feldern können die Zahl und Anordnung der Erscheinungen beeinflussen.

Der Zyklus der Sonne dauert elf Jahre. In dieser Zeit zeigt sich der Stern am Minimum nahezu fleckenlos, zu seinem Maximum gibt es mehr als 100 davon. Dabei bedecken die Flecken weniger als ein Prozent der Oberfläche. Der Studie zufolge dauert bei Proxima Centauri ein solcher Zyklus sieben Jahre. Zu seinem Maximum ist der Stern zu einem Fünftel fleckenbedeckt - eine intensive Tätigkeit, wie die Forscher meinen.

Die Erkenntnisse ließen aber auch darauf schließen, dass der Planet Proxima b zwar in einer bewohnbaren Zone liegt, jedoch nicht besonders freundlich sein dürfte. Er könnte eher mit dem Erdenmond vergleichbar sein.