Wien. Bienenfresser sind bunte, ruffreudige Vögel, die aber auf Sauberkeit pfeifen. Kot und Futterreste der Jungen lassen sie in den Bruthöhlen vergammeln. Das würde dem Nachwuchs schaden, wenn nicht Fliegenlarven die Reinigung übernähmen, fanden Wiener Forscher heraus. Sie verputzen den Abfall und verbessern so die Bedingungen in den Nestern, heißt es im "Journal of Ornithology".

Bienenfresser teilen sich ihre Bruthöhle mit vielen anderen Tierarten, berichten die Forscher um Herbert Hoi vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Vorwiegend werden Insekten von den stabilen, geschützten Bedingungen im Nest und einem reichen Nahrungsangebot angelockt.

Gute Entwicklung garantiert

Zu den Mitbewohnern gehören etwa verschiedene Arten der Fliegengattung Fannia. Auch sie legen ihre Eier im Nest. Die Larven ernähren sich vom Unrat der Hausherren. Die Forscher untersuchten, ob dies den Vögeln einen erkennbaren Vorteil bringt. Von der Eiablage bis zum Flüggewerden der Jungvögel sammeln sich nämlich am Boden der Bruthöhlen beträchtliche Mengen an Futterresten, Kot und Hautschuppen. Dadurch können Gase entstehen, die für die Gesundheit der Jungen nicht gerade förderlich sind.

Die Vogelkundler gaben in manche Bienenfresser-Nester mehr Larven, bei anderen entfernten sie welche. Eine und zwei Wochen nach dem Schlüpfen wogen sie die Jungvögel und sahen sich ihre Größe an. In den Höhlen mit zusätzlichen Fliegenlarven waren die Jungvögel größer und schwerer als in unveränderten Nestern. Wo die Forscher die Anzahl der Fannia-Larven reduziert hatten, waren die Bienenfresserchen deutlich kleiner und leichter als ihre Altersgenossen in anderen Bruthöhlen. Offenbar kann sich der Nachwuchs erst durch die Aktivitäten der Insektenlarven gut entwickeln.