Sieben Betriebe im Südwesten Frankreichs betroffen

In Frankreich waren bis zum Wochenbeginn sieben Betriebe im Südwesten des Landes betroffen. Die Region hatte bereits im Vorjahr schwer unter einer anderen Vogelgrippe-Variante gelitten, damals hatten die Behörden den Export von lebenden Vögeln und Hühnern verboten - eine solche Situation will Frankreich diesmal unbedingt verhindern. Gerade wurde die Risikostufe im ganzen Land von moderat auf hoch angehoben. Bisher galt diese Stufe nur für einige Regionen. Damit müssen Zuchtbetriebe zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Die neuen Fälle kurz vor der Weihnachtszeit sind ein Dämpfer für die französische Geflügelbranche: Eigentlich hätte das Land Anfang des Monats seinen Status "frei von Vogelgrippe" wiedererlangen können - doch damit wird es nun erstmal nichts. Damit dürften Exportmärkte in Asien, vor allem China und Japan, für französische Produkte vorerst weiter tabu bleiben.

Kein Abklingen der Vogelgrippe-Welle zu erkennen

Ein Abklingen der Vogelgrippe-Welle ist nach Einschätzung der FLI-Fachleute noch nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Der für Geflügel hochgefährliche Erreger, der bisher konzentriert bei Wildvögeln an den Küsten und am Bodensee gefunden wurde, werde inzwischen zunehmend bei Wasservögel-Kadavern an Binnengewässern nachgewiesen.

Das Institut empfiehlt den deutschen Bundesländern inzwischen, auch tote Säugetiere, die in Gebieten mit hoher Wildvogeldichte gefunden werden, zu untersuchen. Es gebe bisher zwar keine Indizien dafür, dass es zu einem Sprung des Erregers von Vögeln zu Säugetieren komme, sagte Mettenleiter. Auch Versuche des Instituts, bei denen Mäuse und Frettchen infiziert wurden, hätten zu keiner anderen Einschätzung geführt. Falls es aber doch zu einer Infektion von Säugetieren kommen sollte, solle das frühzeitig bemerkt werden.

Ursachen weitgehend unklar

Welche Ursachen zu Vogelgrippe-Wellen führten, sei noch weitgehend unklar, sagte Mettenleiter. Auch ein Vergleich zur H5N1-Pandemie von 2006/2007 führe nicht weiter. Damals wurde der Erreger im Februar bei tiefen Frosttemperaturen nachgewiesen. Im Jahr 2007 tauchte H5N1 im Sommer wieder auf. H5N8 wurde 2014 und 2016 im November in Deutschland bei milden Herbsttemperaturen nachgewiesen. Obwohl die Vogelgrippe seit Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder auftrat, ist eine der aktuellen Situation ähnliche Pandemie im Wildvogelbereich nach Angaben des FLI bisher nur 2006/2007 beobachtet worden.

Dies hänge nicht nur mit den heute zur Verfügung stehenden besseren Diagnosemöglichkeiten zusammen. "Der Infektionsdruck gegenüber den Wildvögeln hat sich im Vergleich zu früheren Jahrzehnten deutlich erhöht", sagte Mettenleiter. Die Zahl an gehaltenem Nutzgeflügel sei weltweit gestiegen. "Damit stehen mehr potenzielle Wirte für den Erreger zur Verfügung." Zudem gebe es in Asien eine enge Vergesellschaftung zwischen Nutzgeflügel und Wildvögeln, mit der Folge, dass die Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen steige.