Wien. Ohne Fernrohr ist 2017 nur ein bescheidenes Astronomie-Jahr in Europa: Bei Finsternissen, Kometen und mit freiem Auge sichtbaren Konstellationen bietet der Sternenhimmel nur ein unterdurchschnittliches Programm. Wer bemerkenswerte Himmelsereignisse beobachten will, muss auf Reisen gehen, etwa zu einer totalen Sonnenfinsternis in den USA, oder mit einem Teleskop genauer hinschauen.

Bei Finsternissen lässt das kommende Jahr hierzulande praktisch ganz aus: Zwei Mondfinsternisse in der Nacht auf 11. Februar (eine partielle Halbschatten-Finsternis) und am Abend des 7. August (partielle Mondfinsternis) sind "wenig auffällig", wie Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) erklärte.

Totale Sonnenfinsternis

Dafür kommen die USA am 21. August in den Genuss einer totalen Sonnenfinsternis. In einem Großteil des Landes ist das Schauspiel zu sehen und wird wohl ein großes Spektakel. In Österreich ist dieses himmlische Schattenspiel unsichtbar, ebenso die ringförmige Sonnenfinsternis am 26. Februar, die nur an der Südspitze Südamerikas und im südlichen Afrika beobachtet werden kann, wie Hermann Mucke vom Astronomischen Büro Wien zur APA sagte.

"Nervenkitzel" verspricht Pikhard allerdings für alle Hobbyastronomen mit Fernrohr. So bedecke etwa der Mond im Laufe des Jahres mehrmals helle Sterne. Experten bestimmen dabei zeitlich möglichst genau das Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns und liefern damit wissenschaftlich wertvolle Daten, so der WAA-Chef.

Zu einer spannenden Bedeckung kommt es im Sternbild Kepheus. Der Überriesenstern VV - würde man ihn anstelle der Sonne in unserem Sonnensystem setzen, reichte der Stern bis zur Bahn des Saturn - bedeckt im August seinen Begleitstern, der von einer riesigen Staubscheibe umgeben ist. "Aus Messungen, zu denen auch Amateure eingeladen sind, erhofft sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse über dieses faszinierende System", erklärte Pikhard.

Einen "großen", also mit freiem Auge sichtbaren Kometen bietet 2017 aller Voraussicht nach nicht. Mit Amateurfernrohren könne man aber etliche alte Bekannte beobachten, darunter die Kometen Encke und Honda-Mrkos-Pajdusakova, heißt es seitens der WAA, die Kurse und Workshops für Hobby-Astronomen - sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene - anbietet.

Der Frühling beginnt laut Mucke - zumindest astronomisch - am 20. März 11.29 Uhr, der Sommer am 21. Juni 6.24 Uhr, der Herbst am 22. September 22.02 Uhr und der Winter am 21. Dezember 17.28 Uhr. Auf die Sommerzeit wird in der Nacht auf 26. März umgestellt, um eine Stunde wieder zurückgestellt werden die Zeiger dann in der Nacht auf 29. Oktober.