Burnaby/Wien. (gral) In vielen Gegenden der Welt - so auch in Europa - ist sie beheimatet: die Goldfliege. Beeindruckend macht sie nicht nur ihr grün-gold schimmerndes Flügelkleid, sondern auch die Art und Weise der Partnersuche, wie ein Wissenschafterteam um Gerhard Gries von der Simon Fraser University in Kanada nun herausgefunden hat. Um potenzielle Partner auf sich aufmerksam zu machen, senden die weiblichen Tiere nämlich mit Hilfe des Sonnenlichts über ihre Flügel konkrete Signale aus.

"Unsere Studie beschreibt eine neue Art der sexuellen Kommunikation unter Insekten, welche unter Tieren im Generellen nicht so unüblich sein dürfte", betont der Biologe im Fachblatt "BMC Biology". Indem die Tiere die Frequenz des Flügelschlags anpassen und damit gleichzeitig auch die Reflexionen des Sonnenlichts steuern, verraten sie ihrem Gegenüber ihr Geschlecht, Alter und ihre Paarungsbereitschaft. Mittels Videotechnologie fanden die Forscher heraus, dass männliche Fliegen sich zu spezifischen Lichtreflexionen, die durch den Flügelschlag erzeugt werden, hingezogen fühlen und nicht auf bestimmte morphologische Charakteristika der weiblichen Artgenossen setzen.

Ausgeklügelte Systeme

Die stärkste Anziehung zeigten männliche Fliegen bei einer Frequenz von 178 Hertz, die für junge Artgenossinnen charakteristisch ist. Junge Männchen, ältere Weibchen und ältere Männchen bringen Frequenz von 212, 235 beziehungsweise 266 Hertz hervor. Die langsameren Flügelbewegungen der jungen Singles könnten ein phänotypisches Merkmal für reproduktionsfähige Weibchen sein, vermuten die Forscher. Fliegen besitzen unter den Insekten grundsätzlich einige der ausgeklügeltsten optischen Systeme. Die besonders großen Augen der Männchen helfen ihnen, die Lichtsignale ihrer möglichen Partnerinnen zu erspähen.