Keele/Wien. (gral) Auf der Suche nach extraterrestrischem Leben ist der Exoplanet namens Gliese 1132b wieder mehr ins Auge der Astronomen gerückt. Britische Forscher um John Southworth von der Keele University haben rund um den erdähnlichen Himmelskörper eine Atmosphäre entdeckt, wie sie im Fachblatt "The Astronomical Journal" berichten. Der Exoplanet ist damit der erste seiner Art mit einer Masse und einem Radius vergleichbar mit unserem Heimatplaneten.

"Es handelt sich dabei nicht um die Entdeckung von Leben auf einem anderen Planeten, aber um einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung", betont Southworth. Zudem gebe es noch viel zu lernen, aber erste Beobachtungen lassen vermuten, dass es sich dabei um eine "Wasserwelt mit einer Atmosphäre aus heißem Dampf" handeln könnte. Die Oberflächentemperatur dürfte etwa 370 Grad Celsius betragen, was Leben, zumindest so, wie wir es kennen, zwar nicht ermöglichen könnte, nichtsdestotrotz kommt Gliese 1132b aufgrund seiner Atmosphäre als Lebensherberge in Frage.

Der Planet umkreist den roten Zwergstern Gliese 1132, den die Forscher mit dem ESO/MPG-Teleskop in Chile beobachtet hatten. Zu ihrer Überraschung sahen sie aufgrund unterschiedlicher Wellenlängen des Lichts die Möglichkeit einer Atmosphäre. Computerberechnungen wiesen dann darauf hin, dass nur eine wasser- und methanreiche Hülle der Grund für die Erscheinung sein kann. Die Forscher sehen nun auch Chancen, dass noch andere Planeten Atmosphären haben könnten.