Wissenschaftler sind den schwarzen Löchern auf der Spur. Das Bild zeigt eine Illustration des Künstlers Aurore Simmonet. - © APA, afp, NASA
Wissenschaftler sind den schwarzen Löchern auf der Spur. Das Bild zeigt eine Illustration des Künstlers Aurore Simmonet. - © APA, afp, NASA

Cambridge. Nach rund zehn Tagen intensiven Spähens ins All mit der Hoffnung auf ein erstes Bild von einem Schwarzen Loch sind die deutschen Beteiligten des "Event Horizon"-Teleskop-Netzwerks optimistisch. Die Beobachtungen mit dem IRAM-Teleskop in der spanischen Sierra Nevada, an dem die deutsche Max-Planck-Gesellschaft beteiligt ist, hätten "reibungslos" funktioniert, teilten die Verantwortlichen am Freitag in einer Aussendung mit.

Das Wetter sei "exzellent für die Jahreszeit" gewesen. Auch an den anderen Teleskop-Standorten weltweit seien die Bedingungen sowohl bei der Technik als auch beim Wetter gut gewesen. "Ob die Daten an allen acht Standorten allerdings tatsächlich einwandfrei aufgenommen wurden, wird sich erst in ein paar Monaten klären, wenn alle Daten zusammengeführt werden konnten." Die Beobachtungen des "Event Horizon"-Teleskop-Netzwerks waren vom 5. April bis zum Karfreitag angesetzt gewesen.

Aufwendige Datenauswertung

Dabei könnte durchaus ein Bild entstanden sein, das erstmals ein Schwarzes Loch zeigt - nämlich einen schwarzen Kreis mit einem hellen Ring. Der Ring stellt Gas und Staub dar, die von dem Loch extrem beschleunigt und schließlich verschlungen werden.

Bis ein solches erstes Bild von einem Schwarzen Loch veröffentlicht werden könnte, würden allerdings einige Monate vergehen, da die Auswertung der Daten extrem aufwendig ist. Auch im vergangenen Jahr war schon ein Versuch unternommen worden, ein solches Bild aufzunehmen, der allerdings als gescheitert gilt.