Graz/Moskau/Bonn. Chinesische Astronomen hatten im Jahr 185 nach Christus eine Supernova-Explosion beobachtet. In ihrem vermutlichen Emissionsnebel haben internationale Forscher nun ein außergewöhnliches Doppelsternsystem gefunden. Die Wissenschafter erhoffen sich dadurch neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Sternen und die Expansion des Universums.

"Supernovae können nur unter gewissen Voraussetzungen entstehen, wenn aber, dann ist es ein spektakuläres und weitreichendes Ereignis", umriss Luca Fossati vom Grazer Institut für Weltraumforschung gegenüber der Austria Presseagentur das explosive Ende eines Sterns. Überreste davon lassen uns heute in die Geschichte der Entstehung der Elemente und der Entstehung der Sterne und Planeten zurückblicken.

Besonderes Szenario

Fossati gehört zu einer Forschergruppe, die einen Stern entdeckt hat, der offenbar durch die Supernova-Explosion seines massereichen Partnersterns stark mit Kalzium verunreinigt wurde. Der sonnenähnliche Stern befindet sich rund 9100 Lichtjahre von der Erde entfernt im Emissionsnebel RCW 86, bei dem es sich um die Supernova-Überreste aus dem Jahr 185 handeln dürfte. Die Forscher haben in diesem Nebel in der Nähe des Sterns Alpha Centauri auch einen Neutronenstern gefunden, von dem die Supernova ausgegangen sein dürfte, wie sie im Fachblatt "Nature Astronomy" berichten.

Die Kalziumanreicherung dürfte auf ein besonderes Szenario hindeuten. Demzufolge könnten Sterne mit noch geringeren Massen als bisher angenommen eine Supernova-Explosion erzeugen. "90 Prozent von uns auf der Erde oder wo auch immer im Universum haben ihren Ursprung in diesen gigantischen Explosionen im Weltall", erklärt der Forscher das Interesse der Fachwelt.