Sonnenchronik: Nun geht es mit der Dauer der Lichten Tage ganz langsam bergab, von 16 Stunden am 1. bis 15 Stunden 3 Minuten am 31. Auch die Dauer der Bürgerlichen Dämmerung verkürzt sich von 42 auf 37 Minuten ab Sonnenuntergang bis zur Sonnentiefe von 6 Graden und dem Erscheinen der ersten hellen Sterne. Es sinkt auch die Dauer der Nautischen Dämmerung vom Sonnenuntergang bis zum Eintritt der Nacht bei 12 Graden Sonnentiefe von 1 Stunde 39 auf 1 Stunde 24 Minuten.

Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg sind auf einer langen Tafel am Nordmast (dem "Ungeziffer") die Dämmerungsdauern morgens und abends ablesbar. Der Umlauf der Erde um die Sonne spiegelt sich im Wandern der Sonne im Tierkreis wider; das "Wandelgestirn Sonne" erreicht am 3. Juli mit 152 Millionen Kilometern die Erdferne, das sind 5 Millionen mehr als in Erdnähe am 4. Januar. Der 22. Juli bringt um 16.15 Uhr MESZ den Eintritt in das Tierkreiszeichen Löwe. An diesem Mittag zieht der von der Lochscheibe am Nordpfeiler geworfene Schatten über die Nordwegspange mit der Aufschrift 22 JUL mit dem Löwe-Symbol.

Mondchronik: Am 1. zeigt sich ein halb erleuchteter Mond in der Jungfrau im Ersten Viertel bei Jupiter, die Sonne steht 90 Grade "rechts von ihm" im Tierkreis. Wenn der Mond nach einem knappen Monat wieder diese Himmelsstelle erreicht, zeigt er sich aber deutlich weniger als halb erleuchtet, denn die Sonne ist inzwischen um fast einen Monatsweg im Tierkreis weitergewandert. Um wieder 90 Grade Abstand von der Sonne im Tierkreis und damit wieder das Erste Viertel zu erreichen, dauert es noch zwei Tage länger und dann steht er nun im Ersten Viertel in der Waage, siehe unsere Karte.

Am Wandern der Phasenplätze des Mondes im Tierkreis erkennen wir die Wandelgestirnnatur der Sonne und damit den Erdumlauf. Die Libration lässt uns am 4. den Mondsüdpol möglichst randfern sehen. Seine Erdferne durchläuft der Mond am 6. im Skorpion nahe Saturn, bei dem er auch am nächsten Tag noch steht. In niedrigster Himmelsbahn zieht er am 8. vom Auf- zum Untergang im Schützen, in dem er auch am 9. zum Vollmond wird. Der Fleck Grimaldi am linken Mondrand zeigt sich am 15. wegen der Libration möglichst randfern und am 16. tritt das Letzte Viertel in den Fischen ein.

Den möglichst randfernen Mondnordpol können wir der Libration wegen am 19. sehen und am nächsten Tag steht der Mond bei Venus. Der 21. bringt seine Erdnähe in den Zwillingen. Die feine Altlichtsichel zeigt sich am 22. tief in der Morgendämmerung im Ostnordosten als letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 23. Tief in der Abenddämmerung des 24. erscheint er wieder als zarte Neulichtsichel nahe Westnordwesten. Die Libration lässt uns am 28. ein möglichst fern vom Mondrand liegendes kleines Mare Crisium sehen wobei der Mond nahe Jupiter steht. Ein zweites Erstes Viertel tritt am 30. in der Waage ein und am 31. steht wegen der Libration nochmals im Juli der möglichst randferne Mondsüdpol.

Planetenlauf: Merkur und Mars bleiben für das freie Auge unsichtbar. Venus steht morgens am Monatsanfang noch tief, später hoch nahe Ostnordosten. Sie wandert vom Stier in den Orion. Jupiter in der Jungfrau leuchtet abends noch hoch zwischen Südwesten und Westsüdwesten, sinkt aber später tief in den Westsüdwesten. Saturn im Schlangenträger über dem Milchstraßenzentrum finden wir abends niedrig unweit Südsüdosten und schließlich nahe Süden.

Sternbilderstand: Die Karte gilt für 6. Juli um 23.55 Uhr und 31. 22.17 Uhr. J und S bezeichnen Jupiter und Saturn. Der Ferienmonat Juli lädt zum Sterngucken ein! Hoch nahe Süden steht Wega in der Leier und schon mehr gegen Westen Arkturus im Bärenhüter, beide in 25 bzw. 37 Lichtjahren Entfernung "nah". Daneben ist Deneb im Schwan der fernste helle Stern, 3200 Lichtjahre im Raum. Aber alle, auch die schwächsten Sterne, sind nur unsere Nachbarn in der flachen, spiraligen Scheibe unserer Galaxie, der Milchstraße.

Ihr Hauptteil misst rund 110.000 Lichtjahre im Durchmesser und sie enthält rund 100 Milliarden Sterne, Gas und Staub. Von unserem Standort an ihrem Rand erscheint sie als mattes, schmales Band, das von der Kassiopeia über den Schwan, wo sie am hellsten ist und dann in zwei Arme geteilt weiter bis hinab zwischen Schütze und Skorpion zieht. Dort ist sie am breitesten, denn dort können wir zu ihrem Zentrum blicken, das etwa 16.000 Lichtjahre dick und durch dunkle Wolken verdeckt ist.

Eine Durchmusterung mit dem Fernglas enthüllt ihre großartige Sternenwelt, die sich in gewaltigen Entfernungen nur in nebelhaftem Geflimmer zeigt. Tief beiderseits des Südens stehen Schütze und Skorpion. Beide sind Sternbilder mit hellen Sternen, die aber bei uns wegen des tiefen Standes nicht so auffallen. Aber hier blicken wir zum Milchstraßenzentrum! Vielleicht führt uns eine Urlaubsreise nach Süden, Italien oder Afrika? Dann zeigt der tiefe Südhimmel unter Saturn Schütze und Skorpion eindrucksvoll das Milchstraßenzentrum an.

Freiluftplanetarium: Samstag, 8. Juli, 22 Uhr, Sterngarten Georgenberg, Wien 23, bei der Wotruba-Kirche: Vollmondnacht. Der Mond mit freiem Auge, seine Oberfläche, Bewegung und Drehung. Bitte Taschenlampe und Fernglas mitnehmen. Teilnahme frei. Kein Stadtlokalabend am 15. Juli!

Infos: www.astronomisches-buero-wien.or.at, Tel. 01-889 35 41