Ein jüngst publiziertes, neues Bewertungsschema, das ein internationales Team um Franz Essl und Wolfgang Rabitsch vom Umweltbundesamt erstellt hat, klassifiziert die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen gebietsfremder Arten. Damit können die Folgewirkungen künftig objektiv eingeschätzt werden. Die im Fachblatt "Methods in Ecology and Evolution" vorgestellte Methode soll bei der Bekämpfung schädlicher Neulinge in Gebieten helfen, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind.

Das Ausmaß der Veränderungen für menschliche Aktivitäten wird dort auf einer Fünf-Punkte-Skala erfasst. Inhaltlich geht es auch um die Einschränkung, die invasive Arten für das menschliche Wohlbefinden mit sich bringen - von der Gesundheit über die materielle Situation und Sicherheit bis hin zu sozialen und kulturellen Belangen. Diese würden von rein wirtschaftlich orientierten Bewertungssystemen übersehen. Auf Basis der Bewertungen sollten dann, geht es nach den Forschern, auch politische Maßnahmen getroffen werden.

Neu, aber nicht fremd

Doch was kann der Einzelne tun? Fremde Arten sollen nicht in die Natur ausgesetzt werden, da die Folgen nur schwer abgeschätzt werden können, erklärt Essl. Zudem sollen Gartenabfälle sachgemäß entsorgt und als invasiv bekannte Arten nicht weiter angebaut werden.

Nicht selten stoßen wir Menschen allerorts aber auch auf bisher völlig unbekannte heimische Arten, die die biologische Vielfalt weiter nähren. So haben Forscher aktuell etwa im Amazonasgebiet fast 400 neue Arten entdeckt - darunter bisher unbekannte Pflanzen- und Tierarten. Vielleicht befinden sich darunter auch solche, die den Störenfrieden Einhalt gebieten können.