Wien. Die Perlhirse liefert selbst bei großer Trockenheit und Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius Ernteerträge. Entsprechend groß ist die Bedeutung dieser Getreideart für die Landwirtschaft Afrikas und Asiens. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftern der Universität Wien hat nun das Genom der Perlhirse entschlüsselt.

Pennisetum glaucum (Perlhirse) wird weltweit auf 27 Millionen Hektar angebaut und sei ein Grundnahrungsmittel für 90 Millionen in Armut lebenden Bauern, schreiben die Wissenschafter im Fachblatt "Nature Biotechnology". Ein Hauptgrund dafür ist neben dem hohen Eiweißgehalt von neun bis 18 Prozent die Tatsache, dass diese Getreideart solch hohe Temperaturen in der vegetativen Phase toleriert.

Für Züchtungen relevant

Das Forscherteam hat knapp 1000 verschiedene Linien dieser Pflanze sequenziert, das Gros davon Zuchtlinien, aber auch 34 Wildtypen. Auf den rund 38.000 Genen wurden etwa 1000 identifiziert, die mit bestimmten Eigenschaften, wie Trocken- oder Hitzeresistenz, Ertrag oder bestimmten Inhaltsstoffen korrelieren. "Welche Marker kann man in Züchtungsversuchen benutzen, um gezielt zu selektieren", erklärt Wolfram Weckwerth, Leiter des Departments für Ökogenomik und Systembiologie und des Vienna Metabolomics Center der Uni Wien.

Das Wissen um das Genom der Perlhirse soll es nun ermöglichen, Eigenschaften der Pflanze zu verbessern, etwa den geringen Ertrag zu erhöhen beziehungsweise die Trocken- und Hitzeresistenz auf andere Pflanzen zu übertragen. Die Perlhirse kann unter Trockenstress sehr tiefe Wurzelsysteme - bis zu zwei Meter und mehr - ausbilden. Gleichzeitig schafft sie es, die Signalwege zwischen Wurzel und Spross aufrechtzuerhalten, was offensichtlich durch zahlreiche veränderte Signalprozesse ermöglicht wird.