Santa Cruz. ie Atmosphäre des vor einigen Jahren vom Planeten zum Zwergstern degradierten Pluto ist von klirrender Kälte beherrscht. Und das obwohl das Himmelsobjekt lediglich fünf Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt liegt. Die Nasa-Sonde "New Horizons" hat bei ihrem letzten Vorbeiflug im Juli 2015 die Temperatur auf minus 203 Grad Celsius bestimmt. Das ist ungefähr um 30 Grad Celsius kälter als bis dahin angenommen - und zudem ein großes Mysterium für Planetenforscher. Forscher um Xi Zhang von der University of California in Santa Cruz machen dafür Nebelschichten verantwortlich, die für den extrem Kühleffekt sorgen sollen. Ihre Entdeckung beschreiben sie im Fachblatt "Nature".

James Webb Teleskop

Zu zeigen, wie Plutos Atmosphäre funktioniert, ist für das Verständnis anderer großer kalter Welten in unserem Sonnensystem, aber auch dahinter, von Bedeutung, schreiben die Studienautoren. Die Lufthülle des Pluto besteht vor allem aus Stickstoff und kleineren Mengen an Methan und ähnlichen Elementen. In einer Höhe von 500 bis 1000 Kilometern über der Oberfläche, erzeugt die Sonne eine chemische Reaktion, die manche dieser Gase in flüssigen Kohlenwasserstoff umwandelt. Die Partikel sinken ab, verklumpen sich mit anderen chemischen Verbindungen und bilden dicke Schichten an Nebelwolken. Diese scheinen die Kühlung voranzutreiben.

Überprüfen lässt sich das allerdings erst mit dem Nasa James Webb Space Telescope, das im Jahr 2019 in Betrieb gehen soll. Wenn der Nebel tatsächlich der treibende Faktor für die klirrende Kälte ist, würde der Zwergstern in relativ heller Infrarotstrahlung mit mittlerer Wellenlänge erscheinen, so die Forscher. Zhang hofft darauf, dass dies mit dem neuen Teleskop nachgewiesen werden kann.