Sonnenchronik: Die Dauer der Lichten Tage sinkt vom 1. mit 8 Stunden 39 bis zur Wintersonnenwende am 21. mit 8 Stunden 21 Minuten. Dann erreicht die Sonne in ihrer den Erdumlauf widerspiegelnden Wanderung im Tierkreis um 17.28 Uhr den Anfang des Tierkreiszwölftels Steinbock und tritt in ihre niedrigste und kürzeste Tagesbahn. Damit beginnt der astronomische Winter. Von da an werden die Lichten Tage wieder geringfügig länger.

Ab Sonnenuntergang dauert die Bürgerliche Dämmerung bis zum Erscheinen der Sterne bei 6 Graden Sonnentiefe 36 Minuten. Dann folgt die Nautische Dämmerung bis 12 Graden Sonnentiefe, wenn die fast volle Nacht 1 Stunde 16 Minuten nach Sonnenuntergang eingetreten ist. Im Freiluftplanetarium Sterngarten in Wien 23 zieht am Mittag des 21. die helle Mitte des von der Lochscheibe am Nordmast geworfenen Schattens über die höchste Querspange am Schrägmast mit der Aufschrift 21 DEZ und dem Steinbock-Symbol. Gesehen von der Plattform-Mitte, verläuft die Tagesbahn der Sonne von der südöstlichen zur südwestlichen Sonnensäule, dann erscheint Oberrand der Sonne in der Kerbe ihrer Querarme.

Zu Mittag am 21. steht die Sonne hinter der niedrigsten rechteckigen Tafel am Südmast in 18 ½ Graden Höhe. An den Markierungen können die Erscheinungen des Sonnenlaufs über das ganze Jahr verfolgt werden. Zudem gibt der Übergang der hellen Schattenmitte über die Mittellinie am Schrägmast täglich ein Zeitsignal, das auf einer langen Tafel am Nordmast verzeichnet ist. All das wird bei den unentgeltlichen Tagesführungen des Astronomischen Büros genau erklärt.

Mondchronik: Am Abend des 1. ist der Mond schon fast voll und zufolge der Libration, der perspektivischen Schwankung der dunklen Mare gegen den Mondrand, steht der Mondnordpol möglichst randfern. Der Vollmond tritt am 3. im Stier ein. Tags darauf steht er ebendort in Erdnähe. In höchster Himmelsbahn zieht er am 5. in den Zwillingen vom Auf- bis zum Untergang. Gelegenheit zu einer kleinen "Mondscheinpartie": Das strahlende Vollmondlicht lässt sich mit einer Sonnenbrille oder durch Anleuchten des Gesichtes mit einer Taschenlampe dämpfen; dadurch verengen sich die Pupillen und die dunklen Mareflecken erscheinen deutlicher.

Mit der kleinen Mondkarte auf der Rückseite des Begleitbandes "Himmelskunde im Freiluftplanetarium" (Zusendeauftrag = Eingang von 13,30 Euro mit Adresse auf das Konto AT64 6000 0000 9305 3136) kann man sich die Namen der wichtigsten Mare merken. Sie stammen aus einer Zeit, als man noch an die Beeinflussung des Wetters durch den Mond glaubte: Beginn ist oben mit dem Mare Imbrium, dem Regenmeer. Im Uhrzeigersinn geht es zum Mare Serenitatis, Meer der Heiterkeit, und weiter zu den Maren Tranquillitatis, Meer der Ruhe und Fecunditatis, Meer der Fruchtbarkeit. Neben beiden steht rechts das kleine Mare Crisium, Meer der Gefahren. Dann geht es weiter über die hellen Bergländer zum Mare Nubium und Humorum, dem Wolken- und Feuchten Meer und links zum Oceanus Procellarum, dem Ozean der Stürme, der sich bis zum Mare Imbrium zieht. Merkregel: "Rechts herum wird das Wetter besser und dann schlechter". Der Mond dreht sich einmal in einem Umlauf um seine Achse, die fast genau senkrecht auf die Erdbahnebene steht und wendet der Erde aus dynamischen Gründen immer die gleiche Seite zu. Die Mare-Schwankung, Libration, kommt zustande, weil die Monddrehung streng gleichförmig und der Mondumlauf nicht ganz gleichförmig ist und weil die Mondbahnebene zur Erdbahnebene einen Winkel von rund 5 Graden einschließt.