Wien. Mit dem anderen Geschlecht fiepen Mäuse mehr als mit dem eigenen, außerdem packen sie dabei ihre hohen Stimmen aus, fanden Wiener Forscher heraus. Wie viel sie von sich geben, ist aber von Maus zu Maus sehr verschieden. Manche waren bei Paartreffen schweigsam, andere entpuppten sich als reichlich kommunikativ.

Wenn sie einander treffen oder Sex haben, geben Mäuse sehr komplexe Tonfolgen (Vokalisierungen) im Ultraschallbereich von sich, die einiges mit Vogelgesang gemeinsam haben, erklären die Forscher um Sarah Zala vom Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Man könne unterschiedliche "Silben" heraushören, die wiederholt als "Phrasen" intoniert werden. Anhand dieses "Gesangs" erkennen Mäuse einander wahrscheinlich wieder, schüchtern damit Rivalen ein und flirten mit möglichen Partnern, so die Wissenschafter.

Ultraschall-Kommunikation

Um dies herauszufinden, setzten die Wiener Forscher 20 männliche und ebenso viele weibliche Hausmäuse paarweise für jeweils zehn Minuten zusammen und belauschten ihre Ultraschall-Kommunikation. Manche waren in dieser Zeit recht maulfaul und gaben nur vier "Elemente" von sich, andere über zweitausend.

Männchen und Weibchen unterschieden sich generell weder in der Stimmlage noch darin, wie viel sie von sich gaben, berichteten die Verhaltensforscher. "Mäuse von beiderlei Geschlecht gaben aber bei Interaktionen mit dem anderen Geschlecht eine höhere Rate an Vokalisierungen ab und nutzten höhere Frequenzen, als wenn sie mit Mäusen des selben Geschlechts beisammen waren", erklärt Zala. Männchen haben also Weibchen quasi mit Piepsstimmen dauerbequasselt und umgekehrt. Die Studie ist im Fachblatt "Plos One" erschienen.